ReviewDVD - Film

Kategorie
DVD - Film 
Heft
RH #313 
Titel
MISSION TO LARS 
Erscheinungsjahr
2013 
Note

(Clear Vision)
„Mission To Lars“ ist ein Film, der die Liebe eines Fans zu METALLICA thematisiert. Allerdings handelt es sich bei Tom Spicer um keinen „normalen“ Fan: Der Brite leidet an dem Fragilen-X-Syndrom, einer geistigen Behinderung, die autistische Verhaltensweisen mit sich bringt. Tom ist seit seiner Teenagerzeit riesiger METALLICA-Fan und regelrecht davon besessen, Lars Ulrich zu treffen. Sein Bruder und seine Schwester wollen ihm diesen Traum erfüllen, und da die beiden als Kameramann und Journalistin tätig sind, entsteht der Plan, mit Tom einen Trip nach Amerika zu unternehmen und aus der ganzen Sache ein Roadmovie zu machen. Jedoch droht das Projekt immer wieder zu scheitern, weil Tom sich mit seiner Behinderung selbst im Weg steht und aufgrund der ganzen Aufregung und der Reisestrapazen plötzlich kein Interesse mehr daran hat, Lars zu treffen. Doch seine Geschwister bleiben hartnäckig und besuchen insgesamt drei METALLICA-Konzerte, um das Treffen mit dem Drummer zu realisieren.
„Mission To Lars“ braucht zwar anfangs einige Momente, um Fahrt aufzunehmen, entwickelt sich dann aber zu einem wirklich spannenden und vor allem extrem rührenden Film, der zeigt, wie wichtig es ist, die Träume von geistig Behinderten nicht als bloße Spinnereien abzutun. Da der Film sich in erster Linie nicht auf die Musik, sondern auf ein menschliches Schicksal fokussiert, ist „Mission To Lars“, ähnlich wie „Anvil The Movie“, eine Rockumentary, die man auch mit Menschen gucken kann, die mit Heavy Metal gar nichts am Hut haben. An der technischen Umsetzung gibt es bis auf einige Schwankungen in der Aufnahmequalität der Ansteck- und Richtmikros nicht viel zu mäkeln. Mit kleinen Mitteln wurde hier Großes erschaffen. Als Bonus enthält die DVD/Blu-ray gelöschte Szenen, den Trailer sowie interessante Interviews mit Tom und Lars Ulrich.


Ronny Bittner

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