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Kategorie
Game 
Heft
RH #308 
Titel
MEDAL OF HONOR: WARFIGHTER 
Erscheinungsjahr
2012 
Note
6.5 

(Electronic Arts) (PC; USK 18)
Vor zwei Jahren wagten das Entwicklerstudio Danger Close und der Branchenriese Electronic Arts mit dem Reboot der altehrwürdigen „Medal Of Honor“-Serie einen Versuch, dem großen Konkurrenten „Call Of Duty“ die Stirn zu bieten. „Medal Of Honor“ schwächelte damals jedoch in beinahe allen Belangen und kratzte nicht mal ernsthaft an der Fanbase der Konkurrenz. Der „Warfighter“ betitelte Nachfolger soll jetzt alles besser machen: Mehr Bezug zu den Charakteren, aufregenderes Missionsdesign, mehr Rums und Bums. Bei der Umsetzung dieser hehren Vorhaben herausgekommen ist ein, nun ja, bestenfalls knapp überdurchschnittlich guter 08/15-Militärshooter, der mit etlichen Problemen zu kämpfen hat.
Aber alles der Reihe nach: In Sachen Schauwerte ist „Warfighter“ seinem eigenen Vorgänger um Längen überlegen. Danger Close haben sich ein Vorbild an den „Modern Warfare“-Titeln genommen und befeuern den Spieler im Sekundentakt mit aufwendigen Scripts, die keinen Raum für Langeweile lassen. Zudem hat man auch bei der Abwechslung innerhalb der einzelnen Einsätze deutlich zugelegt: Der Spieler ist im Verlauf der etwa fünfstündigen Kampagne sowohl zu Fuß als auch am Steuer eines Fahrzeuges oder als Bordschütze eines Helikopters unterwegs. Trotz dieser positiven Ansätze ist das Leveldesign durchweg schlauchförmig geraten, nur in den seltensten Fällen hat man die Möglichkeit, mal mehr als ein paar Meter nach links oder rechts auszuweichen. Bei den Gegnern gilt derweil „Quantität statt Qualität“, die Burschen sind strunzdumm und rennen dem Spieler ohne großes Aufheben mitten vor die Flinte. Obendrein hat „Warfighter“ mit zahlreichen Bugs zu kämpfen, ohne Workaround aus dem Internet konnte eine Mission im Test trotz des Erfüllens aller Missionsziele beispielsweise nicht beendet werden, da der Ladebildschirm zum nächsten Level schlichtweg ausblieb.
In technischer Hinsicht hingegen lässt „Medal Of Honor: Warfighter“ nichts anbrennen: Die Frostbite-2-Engine zaubert tolle Bilder auf den Monitor, der Waffensound kracht so herrlich wie kaum jemals zuvor. Schade, da wäre mehr drin gewesen.


Jens Peters 6.5

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