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Kategorie
Game 
Heft
RH #308 
Titel
CALL OF DUTY: BLACK OPS 2 
Erscheinungsjahr
2012 
Note
8.5 

(Activision) (PC; USK 18)
Ah, ein neues „Call Of Duty“. Wer mit den Titeln der Serie, die im jährlichen Wechsel von Infinity Ward („Modern Warfare“) und Treyarch („Black Ops“) weitergeführt wird, vertraut ist, weiß in etwa, was jetzt kommt: schlauchiges Leveldesign, endlose Gegnerwellen und ein Overkill an Scripten, die dem Spieler das Gefühl geben, der Star in einem Hollywood-Blockbuster zu sein – und ihm gleichzeitig in etwa genauso viel Entscheidungsfreiheit einräumen. So war es seit dem Release von „Modern Warfare“ vor inzwischen fünf Jahren immer, und so ist es garantiert auch dieses Mal. Oder etwa doch nicht?
Die Antwort ist ein klares „Jein“. Natürlich nietet man im Verlauf der etwa sechsstündigen Kampagne wie gewohnt zahllose Gegner um, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen. Und selbstverständlich ist auch „Black Ops 2“ genau wie seine Vorgänger ein wahres Scriptfeuerwerk, das kaum Zeit lässt, mal durchzuatmen. Aber: Abseits des Bekannten bietet der neueste Ableger der „Call Of Duty“-Serie erstmals auch etwas, das seine Vorgänger (genauso wie die meisten anderen Spiele dieses Genres) schmerzlich vermissen ließen: Entscheidungsfreiheit. Um an dieser Stelle Missverständnissen vorzubeugen: Natürlich ist „Black Ops 2“ kein Sandbox-Game geworden. Das überlässt man zu Recht lieber anderen Titeln. Trotzdem trifft der Spieler in beinahe jeder Mission kleine und größere Entscheidungen, die sich auf den weiteren Verlauf der Kampagne und sogar die Endsequenz auswirken. Ein weiteres Novum sind die sogenannten Strike-Force-Missionen, die zwar optional sind, dafür aber mit einem vollkommen neuen Spielkonzept glänzen. In diesen Missionen schlüpft man in die Rolle eines Kommandanten, der aus der Vogelperspektive verschiedene Truppengattungen über das Schlachtfeld bewegt, um bestimmte Missionsziele zu erfüllen. Auf Wunsch kann man jedoch per Tastendruck jederzeit die direkte Kontrolle über eine Einheit übernehmen. Die Missionen (insgesamt gibt es fünf) haben zwar noch Mängel im Detail, trotzdem brechen sie den Spielverlauf auf und sorgen für Abwechslung.
In technischer Hinsicht ist derweil alles beim Alten geblieben: Grafik alles andere als „up to date“, Sound wummst ordentlich, Spiel läuft ruckelfrei. Der Multiplayer-Modus ist, wie zu erwarten, top. Man darf gespannt sein, was kommende „Call Of Duty“-Spiele mit den wirklich gelungenen Ansätzen von „Black Ops 2“ anstellen werden.


Jens Peters 8.5

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