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Kategorie
Game 
Heft
RH #304 
Titel
DARKSIDERS 2 
Erscheinungsjahr
2012 
Note
9.0 

(THQ) (PS3; USK 16)
Vor etwas mehr als zwei Jahren landeten THQ und Vigil Games mit „Darksiders“ einen echten Überraschungshit. Vor dem Release hatte kaum jemand das ursprünglich nur für Konsolen geplante Action-Adventure auf dem Schirm, und im Nachhinein verkaufte es sich so gut, dass sogar eine PC-Umsetzung nachgeschoben wurde. Mitschuld an diesem Erfolg hatte mit Sicherheit auch die düstere Story und ein Spielercharakter, der sich angenehm vom Dschungelkämpfer/Weltraumsoldaten/Strahlender-Ritter-Einheitsbrei der üblichen Videospielhelden abhebt.
Im ersten Teil der Serie schlüpft der Spieler in die digitale Haut des Apokalyptischen Reiters Krieg, der vom Feurigen Rat (so einer Art göttlich-infernalischer Aufsichtsbehörde) angeklagt wird, das vielzitierte biblische Ende aller Tage zum reinen Selbstvergnügen eingeläutet zu haben. In der Folge macht sich der Bursche auf, um seinen guten Namen wieder reinzuwaschen, und streift auf Beweissuche über unseren vom Jüngsten Gericht entvölkerten Planeten. Dutzende Spielstunden später wird schließlich klar, dass der grimmige Reiter einer Verschwörung von Engeln und Dämonen aufgesessen ist.
Der zweite Teil der „Darksiders“-Saga spielt zeitlich gesehen parallel zur Geschichte seines Vorgängers. Dieses Mal schlüpft der Spieler nicht in die Haut von Krieg, sondern in die seines Bruders Tod. Der finstere Sensenmann macht sich einerseits auf, um seinem geächteten Bruder zur Seite zu stehen, und möchte außerdem die Geschehnisse, die zur Auslöschung der Menschheit führten, rückgängig machen. Auch abseits des Wechsels der Spielfigur läuft in „Darksiders 2“ einiges anders als in seinem Vorgänger: Tod ist wesentlich agiler als sein Bruder Krieg, hält im Gegenzug aber auch deutlich weniger aus. Statt brachialer Frontalangriffe und Konterattacken muss der Spieler dieses Mal auf Ausweichrollen und schnelle Angriffe aus dem Hinterhalt setzen, um auf Dauer eine Schnitte gegen die teilweise sehr robusten Gegner zu haben. Neu hinzugekommen ist außerdem ein rollenspielartiges Stufen- und Lootsystem, das für noch mehr Individualität in der Charakterentwicklung sorgt. Müßig zu erwähnen, dass auch die Spielwelt größer als die des Vorgängers ist. Auf technischer Seite gibt sich „Darksiders 2“ gut, aber nicht brillant. Die bunte Comicgrafik ist nach wie vor Geschmackssache, einige Texturen hätten ein wenig mehr Schärfe vertragen können. Die (optional englische) Vertonung ist hingegen wie schon im Vorgänger ausgezeichnet gelungen.


Jens Peters 9.0

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