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Kategorie
Game 
Heft
RH #302 
Titel
DIABLO III 
Erscheinungsjahr
2012 
Note
9.0 

(Blizzard Entertainment) (PC; USK 16)
Die Reaktionen auf die Ankündigung von „Diablo III“ vor nunmehr knapp vier Jahren in Gamer-Kreisen lassen sich in etwa mit den Reaktionen auf die Maiden-Reunion mit Bruce Dickinson in unserem metallischen Paralleluniversum vergleichen. Kein Wunder: Blizzard Entertainment haben mit der „Diablo“-Serie quasi im Alleingang die Definition für ein komplettes Genre geschaffen. Der Vorgänger hat inzwischen immerhin zwölf Jahre auf dem Buckel und wird nach wie vor von zigtausenden Spielern weltweit per Internet gespielt - in der schnelllebigen Gaming-Szene eigentlich ein Ding der Undenkbarkeit. Die Gründe für die Faszination von „Diablo“ sind schnell gefunden: Auf der einen Seite haben Blizzard Entertainment mit ihrer angenehm düster erzählten Fantasy-Story wohl den Nerv vieler Spieler getroffen, auf der anderen Seite setzen die amerikanischen Entwickler auf ein simples Spielprinzip, das jedoch effektiv den Sammeltrieb weckt. Im Prinzip geht es in der „Diablo“-Reihe um zwei Dinge: die Beseitigung von ganzen Heerscharen von Monstern und das Sammeln von Gegenständen, um eben diese Beseitigung möglichst effizient und schnell abzuwickeln. In der Folge entwickelt sich ein Kreislauf: Der Spieler besiegt in zufallsgenerierten Gebieten Gegner, um an bessere Items zu kommen, die es ihm ermöglichen, stärkere Gegner schneller zu besiegen, die ihrerseits wiederum besseres Equipment bei sich tragen. Einfach, spaßig - und äußerst suchtfördernd.
Erwartungsgemäß setzen Blizzard mit „Diablo III“ auf die altbekannten Tugenden. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines von ihm erschaffenen Charakters und säubert unterirdische Verliese und oberirdische Landstriche von Monsterhorden. Bei der Charaktergenerierung kann zwischen fünf Klassen gewählt werden, die sich allesamt sehr unterschiedlich spielen und für die notwendige Abwechslung sorgen. Steht zu Anfang nur ein einziger Schwierigkeitsgrad zur Verfügung, schalten sich im Verlauf des Spiels gleich vier frei, die mit besserer Beute locken. Neu ist die Tatsache, dass auch im Solomodus ausschließlich online gespielt wird. Auf Wunsch können auch während eines laufenden Spieles jederzeit Freunde eingeladen werden, um das Abenteuer gemeinsam zu erleben.
An dieser Stelle wäre es jetzt einfach, sich darüber zu ereifern, dass Blizzard mit „Diablo 3“ wenig Risiken eingehen und sich die Serie, abgesehen von der schick anzusehenden Grafik, in den letzten anderthalb Jahrzehnten höchstens marginal weiterentwickelt hat. Aber mal ehrlich: Die Entwickler liefern genau das, worauf die Gamer weltweit seit mehr als einer Dekade gewartet haben, und das ist auch gut so. Dieser Titel wird mit absoluter Sicherheit Scharen von Spielern mindestens für einige Jahre beschäftigen. „Diablo 3“ nimmt damit genau wie seine Vorgänger seinen unangefochtenen Platz auf dem Genre-Thron ein.


Jens Peters 9.0

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