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Kategorie
Game 
Heft
RH #297 
Titel
GOLDEN EYE 007: RELOADED 
Erscheinungsjahr
2012 
Note
6.5 

(Activision Blizzard) (Xbox 360; USK 16)
Nachdem Hollywood den Trend zum Remake bereits seit Jahren bis zum Erbrechen ausreizt, haben in letzter Zeit auch Spiele-Publisher die Wiederverwertung alter Klassiker für sich entdeckt. Wenn sie gut gemacht sind, sind diese Neuauflagen an und für sich eine schöne Sache, denn wer heutzutage ein Game aus den Neunzigern in den CD-Slot schiebt, wird feststellen, dass Videospiele Im Gegensatz zu Filmen innerhalb weniger Jahre immens altern. Doch während Microsoft mit ihrer hervorragenden Neuinszenierung des ersten „Halo“-Titels zeigen, wie man es richtig macht, liefern Activision Blizzard mit „GoldenEye 007: Reloaded“ ein bestenfalls mittelprächtig gelungenes Remake ab.
Wir erinnern uns: 1995 kam der erste Bond-Film mit Pierce Brosnan in die Kinos, knapp zwei Jahre später folgte mit „GoldenEye 007“ die Videospielumsetzung für den damals noch frischen Nintendo 64. Der Titel avancierte zu einem der meistverkauften Games in der Videospiel-Geschichte und wurde in den kommenden Jahren von Millionen von Fans weltweit gezockt. Gute Voraussetzungen für eine Neuauflage, sollte man meinen, denn eine Fanbase ist auch heutzutage nach wie vor vorhanden.
Um es kurz zu machen: „GoldenEye 007: Reloaded“ krankt vor allem am Detail. Die Singleplayer-Kampagne ist solide geraten und bietet eine angenehm lange Spielzeit, gleichzeitig aber auch wenig spektakuläre Momente, die dem Spieler im Gedächtnis bleiben werden. Der MI6-Modus enthält in sich geschlossene Missionen, in denen auf Punktejagd gegangen werden kann - für kurze Zeit sicherlich spannend, es mangelt jedoch an Langzeitmotivation. Im Multiplayer-Modus geht es klassisch zur Sache, allerdings kann der Bond-Titel hier in keinster Weise mit der starken Konkurrenz (Stichworte: „Call Of Duty“, „Battlefield“) mithalten. Gleiches gilt für die Technik: „GoldenEye 007: Reloaded“ sieht reichlich altbacken aus und klingt in der deutschen Version trotz Originalsprechern über weite Strecken absolut fürchterlich. Abhilfe schafft der Wechsel zur englischen Sprachausgabe, die dankenswerterweise auf der Disc enthalten ist. Die KI der Gegner fühlt sich stellenweise an, als wäre sie direkt aus dem 1997er Original importiert worden. Schade, und dabei hätte es so schön werden können…


Jens Peters 6.5

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