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Kategorie
Game 
Heft
RH #296 
Titel
BATTLEFIELD 3 vs. CALL OF DUTY: MODERN WARFARE 3 
Erscheinungsjahr
2011 
Note
9.0 

(Electronic Arts) (PC; USK 18) / (Activision) (PC; USK 18)
Während im Activision-Lager alle Jahre wieder zur Veröffentlichung eines neuen „Call Of Duty“-Ablegers geblasen wird, gehen Electronic Arts mit ihrer „Battlefield“-Serie deutlich sparsamer um. Dieses Jahr will man es aber wissen: „Battlefield 3“ wird in direkter Konkurrenz zu „Call Of Duty: Modern Warfare 3“ veröffentlicht, richtet sich an dasselbe Publikum und tritt an, um mit seiner Singleplayer-Kampagne und dem ausgeklügelten Multiplayer-Modus den bisherigen Shooter-König vom Thron zu stoßen. Ob das klappt? Die Antwort ist ein ganz klar: Jein.
Bisher konzentrierten sich die „Battlefield“-Macher zumindest in den Kernspielen der Serie immer auf das, was sie am besten können: spannende Mehrspieler-Gefechte auf riesigen Schlachtfeldern zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Die Botschaft hinter der mitgelieferten Singleplayer-Kampagne im neuesten Spross der Serie ist nur allzu offenkundig: „Was die Konkurrenz kann, das können wir auch.“ Stimmt, nur nicht so perfekt, nicht so auf Hochglanz getrimmt wie das große Vorbild. Auf EAs Solo-Schlachtfeldern tobt der Krieg, werden fleißig Scripts abgespielt, es gibt die üblichen Todesszenen und dramatischen Momente, die auch die „Call Of Duty“-Serie auszeichnen. Aber so richtig Spannung aufkommen lassen, geschweige denn eine Beziehung zu den Mitsoldaten herstellen, das will „Battlefield 3“ nicht gelingen. Abgesehen davon bietet „Modern Warfare 3“ solch eine überzogene Fülle an Actionsequenzen, dass sie mindestens für eine weitere „Battlefield“-Fortsetzung mit ausreichen würde. Dank dieses Actionwahnsinns und des Verzichts auf allzu großen Realismus wirkt „Modern Warfare 3“ fast wie eine moderne Interpretation des klassischen Achtziger-Jahre Actionfilms - und das ist quasi das größte Kompliment, das man solch einem Spiel machen kann.
Im Mehrspielermodus hingegen sieht die Sache anders aus: Hier zeigen Electronic Arts, was sie wirklich können. Genau wie seine Vorgänger glänzt „Battlefield 3“ mit gigantischen Massenschlachten, die eine gehörige Portion Taktik und Teamplay erfordern, um am Ende siegreich zu sein. Als Neuerung zum direkten Vorgänger ist die zerstörbare Umgebung hinzugekommen, die sich genauso wie das Spiel mit Licht und Schatten als wichtiges Spielelement erweist. Dank neuer Einstiegsmöglichkeiten sind die Wege zu den begehrten Fahrzeugen kürzer als bisher gewohnt. „Modern Warfare 3“ richtet sich hingegen eher an den schnellen Actionspieler: Die Karten sind deutlich kleiner und für weniger Spieler ausgelegt als bei der Konkurrenz, die Matches dank Nettigkeiten wie Killstreak-Belohnungen angenehm kurz.
In technischer Hinsicht hat „Battlefield“ dieses Mal ganz klar die Nase vorn. Grafik und Sound sind momentan „state of the art“, erfordern aber auch entsprechende Hardware. Die Frage nach der Kaufentscheidung ist also ein wenig frickelig: Geht es nur um die Solo-Kampagne, kann „Battlefield 3“ getrost ignoriert werden, hier ist „Modern Warfare 3“ klar besser. Im Multiplayer-Modus kommt es auf die persönlichen Vorlieben an. Spieler mit Drang zum Technik-Overkill greifen zu „Battlefield 3“.
8,5 / 9


Jens Peters 9.0

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