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Kategorie
Game 
Heft
RH #291 
Titel
DUKE NUKEM FOREVER 
Erscheinungsjahr
2011 
Note

(2k Games) (PC, USK 18)
Wie soll man mit einem Spiel umgehen, das sich über 14 Jahre in der Entwicklung befand? Das einen quasi wortwörtlich die Hälfte seines Lebens begleitet hat? Als „Duke Nukem Forever“ auf der E3 angekündigt wurde, war ich noch Schüler und zockte im Informatikunterricht heimlich den inzwischen indizierten Vorgänger. Das war 1997. Um es ganz deutlich zu machen: Das war vor der Maiden-Reunion mit Bruce Dickinson, vor dem Erscheinen des ersten Hammerfall-Albums, vor 9/11 und vor der Einführung des Euros. Und obwohl die Games-Branche noch viel schnelllebiger als die Musikindustrie und „Duke Nukem Forever“ im Grunde genommen ein ähnlich großer Witz wie Guns N´Roses´ „Chinese Democracy“ ist, wird es sich verkaufen wie geschnitten Brot. Allein der Nostalgie wegen, denn der Duke steht stellvertretend für alle durchzockten Nächte einer inzwischen erwachsenen Generation von Gamern.
Ein paar Worte zur Story: Nach den Ereignissen des Vorgängers wird der Duke als Weltenretter gefeiert. Er wohnt im Penthouse eines Hochhauses in Las Vegas, hat zwei scharfe Freundinnen (Zwillinge, wie sollte es anders sein), besitzt seine eigene Burgerkette, tritt in Talkshows auf und so weiter. Ein perfektes Leben, wären da nicht diese Aliens, denen er vor 14 Jahren ordentlich den Hintern versohlt hat und die nun auf Rache sinnen. Im Zuge der Invasion klauen ihm ETs fiese Vettern seine Babes - und jeder, der den Duke kennt, weiß: Das war der letzte Fehler des außerirdischen Geviechs. In den kommenden zehn Stunden gibt´s ordentlich Bumm-Bumm, viele nackte Brüste, jede Menge Blödsinnsmomente und mehr knackige One-liner, als sich das Gamerherz wünschen kann. Dieses Mal übrigens optional auch auf Deutsch, passenderweise mit der Stimme von Manfred „Bruce Willis“ Lehmann - trotzdem wählen wahre Fans natürlich die Originalstimme, die in allen Versionen des Spiels enthalten ist.
Grafik und Sound sind so, wie man es nach 14 Jahren Entwicklungszeit erwarten würde: nicht gerade auf der Höhe der Zeit. Aber mal ehrlich: Es ist vollkommen egal. Hier kommt es tatsächlich auf die inneren Werte an. „Duke Nukem Forever“ ist so Neunziger, wie ein Spiel heute sein kann. Mit Sicherheit wird es nicht jedermanns Sache sein, und ich kann jeden jungen Gamer der „Call Of Duty“-Generation verstehen, der mit gerunzelter Stirn vor dem Rechner sitzt und sich fragt, was das jetzt sein soll und warum zum Geier da so ein Hype drum gemacht wird. Pech gehabt - um das zu verstehen, wurdet ihr zu spät geboren.


Jens Peters

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