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Kategorie
Game 
Heft
RH #290 
Titel
THE ROCKIN‘ DEAD 
Erscheinungsjahr
2011 
Note
4.0 

(bitComposer Games) (PC; USK 12)
Was zur Hölle…?! Mein erster Gedanke, als ich die schillernde Verpackung in die Hand nehme, der eine formschöne 3D-Papierbrille beigefügt ist.
The Rockin‘ Dead ist ein Point-And-Click-Adventure von Grasland Production, Macher solcher „Spiele“ wie „Wet Attack“ oder „Airline 69“. So zeigt sich auch hier ihr Frauenbild: sämtliche Frauen im Spiel werden auf ihre körperliche Erscheinung reduziert. Die Hauptperson des Spiels, Alyssa, ist Frontfrau einer Girl-Band, der die Macher zwar Körbchengröße D aber leider wenig Intellekt mitgegeben haben. Angereichert mit hartmetallischen Musikeinsprengseln möchte man ein Adventure für die Langhaarfraktion schaffen. Und versagt dabei auf ganzer Linie.
Die Story ist so dumm wie belanglos: Die Band verunfallt und findet sich umgeben von reichlich Skeletten und Zombies in einer Welt wieder, die den Texten von Fronterin Alyssa zu entstammen scheint.
Die Figuren sind so hässlich, dass sie jeder weiteren Beschreibung spotten. Die Animationen so grottenschlecht, dass man jeden einzelnen Übergang sieht. Dazu wird das Adventure von zahlreichen Logiklücken und Bugs geleitet, die Rätsel sind weitestgehend komplett unlogisch, die Gegenstandsflut im Inventar zu hoch, die Bedienung zu fummelig, der Holzhammerhumor der Dialoge plump. Und die 3D-Brille! Per Tastendruck ist die Grafik auf eine anaglyphe Darstellung umstellbar, was tatsächlich funktioniert und einen plastischen Tiefeneffekt symbolisiert. Allerdings werden dabei die Farben verfälscht und nach längerer Benutzung wird einem übel. In 2D funktioniert das Spiel noch so leidlich, in 3D lässt es sich nicht mal im betrunkenen Zustand ertragen. Daher ganz klar: Finger weg!
Wertung:
3D: 1 Punkt (für den Mut der 3D-Technik)
2D: 4 Punkte


Carsten Hille 4.0

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