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Kategorie
Game 
Titel
LOKI - IM BANNKREIS DER GÖTTER 
Note

(Cyanide Studio)

Seth - ägyptischer Gott des Chaos und des Verderbens - wurde vom Gott Horus vor langer Zeit getötet und wird zu Beginn des Spiels wiedererweckt. Selbstverständlich ist er gepestet, trachtet danach die Welt zu vernichten und dem Spieler das Leben schwer zu machen. Dieser hat nun die Aufgabe Seth in vier verschiedenen Epochen der Geschichte und mit Hilfe der jeweiligen entsprechenden Götterwelten zu suchen und unschädlich zu machen.

Vor den Beginn der apokalyptischen Metzelei haben Cyanide Studio die Auswahl des passenden Helden gesetzt, womit auch gleichzeitig das Anfangsgebiet des Spiels festgelegt wird: Der ägyptische Kampfmagier, die griechische Amazone, die aztekische Schamanin oder der nordische Barbar warten mit unterschiedlichen Kampfstilen und an den jeweiligen Heldentypus angepasste Ausrüstung auf ihre Chance Monster zu schnetzeln und Questen zu lösen.
Der Kampfmagier beginnt seine Reise in den Wüsten und Pyramiden des alten Ägypten, die Amazone unterstützt von Helden wie Achilles im antiken Griechenland. Die Schamanin wendet sich gegen den spanischen Eroberer Cortez und der Barbar muss sich in Midgard herumschlagen, Nach der Säuberung der eigenen Heimat von allerlei Monstern und Getier kann der Held dann nacheinander die drei anderen Gebiete aufsuchen und - wie es sich für einen Diablo-Klon gehört - möglichst viele und möglichst gute Ausrüstung aufzusammeln.

An dem bekannten Spielprinzip - Metzeln, sammeln, verkaufen - ändert sich in Loki denn auch nicht viel. Dabei darf es nicht verwundern, im alten Ägypten aztekische Talismane oder einen Kampfdiskus aus dem antiken Griechenland zu finden. Einzig die übersichtliche Gestaltung des Inventory hilft bei der Bewältigung der Ausrüstungsmassen.
Letztere können dann im Tempel geopfert (im Falle magischer Ausrüstung), vom Schmied in Rohstoffe zerlegt oder aufgewertet werden oder natürlich beim Händler verkauft werden. Von den auf der Packung angepriesenen "mehreren hunderttausend Waffen und Rüstungen" merkt man de facto jedoch sehr wenig, da sich diese Zahl nur rein rechnerisch aus der Kombination verschiedener magischer Attribute oder Rohmaterialien ergibt.

Der Held durchwandert nun Karte um Karte und trifft auf vielfältige Gegner des typischen Rollenspiel-Bestiariums, welche in Abhängigkeit vom Level unseres Helden Stufe um Stufe aufsteigen. Schade: Die Gegner sind durchweg recht blöde: Sie lassen sich von ihren Kumpels trennen oder bleiben (wie übrigens gelegentlich auch der Held selbst) an unsichtbaren Kanten, Ecken und Wänden hängen. Fernkämpfer haben hier den Vorteil die hilflosen Monster in aller Ruhe und ohne Gefahr aus der Entfernung plätten zu können. Auch die langweiligen Quests - "Bringe Gegenstand A zu Person B" oder "Metzele Obermotz C" - erfahren nur selten Ausnahmen, wenn etwa der Fenris-Wolf erst weichgekloppt und dann in eine Falle gelockt werden soll.

Hält man sich an die empfohlenen Systemvoraussetzungen, so hat man auch auf höchster Detailstufe ein nahezu ruckelfreies Spiel mit ansprechender Grafik. Es gibt beeindruckende Wettereffekte und eine detaillierte Landschaft zu bewundern. Auch der Sound ist gut gewählt und stört auch nach einigen Stunden Spiel noch nicht (was durchaus nicht selbstverständlich für das Genre ist!).
Die Kamera lässt sich frei drehen und es gibt einen stufenlosen Zoom, was allerdings nur auf freiem Gelände für Übersichtlichkeit sorgt. In engen Dungeons und Gebäuden wird der Blick allzu oft von Wänden versperrt, die in einem viel zu kleinen Bereich transparent werden, wodurch der gegnerische Kampfmagier oder die giftspuckende Königskobra nur über den Gegnerradar (auf einer kleinen Übersichtskarte werden Gegner als rote Punkte dargestellt) entdeckt werden können.
Allerdings gibt es auch nach dem zweiten Patch immer noch genügend Bugs, welche zu plötzlichem, nicht nachvollziehbaren Abstürzen führen oder zu echten Blockern beim Lösen bestimmter Quests werden, wenn etwa ganze Texturenblocks fehlen und das Gelände unpassierbar machen.

Alles in allem haben Cyanide Studio mit Loki - Im Bannkreis der Götter trotz einiger innovativer Ideen und guter technischer Umsetzung das Rad bei weitem nicht neu erfunden. Besonders die Bugs wurden zu echten Spaßkillern. Für echte Hack'n'Slay-Fans ist das Spiel jedoch in jedem Fall einen Versuch wert.


Arndt Schmeling

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