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Kategorie
Game 
Titel
Ed Hunter 
Note

Das Positive vorweg: Die ersten anderthalb CDs dieses Dreifach-Pakets, die die 20 im Dezember ´98 per Internet ausgewählten Lieblingssongs der IRON MAIDEN-Gemeinde enthalten, sind über jeden Zweifel erhaben (Tracklist s. Titelstory in RH 5/99). Was uns danach geboten wird, ist jedoch eine maßlose Frechheit.
Jahrelang hatte man sich auf das Maiden-Computerspiel gefreut, und als der erste Entwurf „Melt“ wegen angeblich „nur“ guter Qualität wieder eingestampft wurde, stieg die Erwartungshaltung ins Unermeßliche. Lädt man sich „Ed Hunter“ auf den Schirm, fragt man sich jedoch ernsthaft, ob „Melt“ wirklich so schlecht gewesen sein kann, daß es diesen halbgaren Pixel-Quatsch noch unterbot. Das Intro, in dem Eddie vollamtlich durchdreht, ist noch akzeptabel, doch sobald man aktiv ins Geschehen eingreift, fallen einem vor Entsetzen die Plomben aus der Mundhöhle: Die platte Grafik erreicht niemals auch nur Standardniveau, die zahllosen Monster agieren stumpf und dazu noch reichlich holprig, und die einzige Mission, die es zu erfüllen gilt, besteht darin, im Doublebass-Tempo auf dem Feuerknopf herumzuhämmern. Hat man dann den ersten Ansturm der Feinde abgewehrt, trifft einen der nächste Schlag: Anstatt sich frei in dem Höhlenlabyrinth bewegen zu können, wird man zwei Ecken weitergeschoben und darf das Metzelspielchen vor vorgegebener Hintergrundkulisse weiterführen. Sämtliche Bewegungen der Spielfigur übernimmt der Computer, der User kann lediglich den Ziel-Cursor bewegen und ballern, was die Geschütze hergeben.
Nee, liebe Jungfrauen, mit diesem Dreck werdet ihr keinen einzigen Daddelfreak an den Joystick ketten; High-End-Ego-Shooter wie „Tomb Raider“ und sogar ältere Classics wie die legendären „Doom“-Blutorgien sind eurem faden Amateur-Spielchen in etwa so weit voraus wie eure alten Heldentaten den Pleitealben mit Blaze. Konzentriert euch lieber auf das, was ihr am besten könnt: geile Metal-Songs zu schreiben und uns auf der nächsten Tour nach allen Regeln der Kunst durch die Hallen zu pusten!


Michael Rensen

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