ReviewDVD - Film

Kategorie
DVD - Film 
Titel
THE HILLS HAVE EYES - Zicke, zacke, spitze Hacke 
Note

Mal ehrlich: Was sich Wes Craven als Urheber dieses Dreiteilers im Jahre 1977 reingepfiffen hat, weiß vermutlich nicht mal mehr er selbst. Blöder Film? Ganz und gar nicht! Was uns Regisseur Alexander Aja ("High Tension") da vorsetzt, ist ein Slashfest allererster Güte. Geschmacklos, brutal, splattrig. Kurz: wunderbar!
Die Story:
Eine nicht ganz idyllische Familie landet mit ihrem Wohnwagen samt gebrochener Achse des Zugfahrzeugs mitten in der Wüste. Der Grund: Atomverseuchte Freaks haben ihre Reifen geplättet. Jene sind nicht nur ausgesprochen hässlich, sondern zudem außerordentlich gewaltbereit. Offen bleibt in den nächsten neunzig Minuten nur die Frage, wer denn nun überleben wird - oder nicht.

Das erste Auftreten der Freaks gerät mitunter ein wenig brutal, dafür wird nicht lange gefackelt, sondern ordentlich ausgeteilt und eingesteckt (und zwar auf beiden Seiten). Hier wird nicht ausgeblendet, wird Gewalt nicht ästhetisiert; dabei wirkt gerade diese Szene im Wohnwagen äußerst beklemmend. Tabus gibt es nicht: Junge Frauen werden ebensowenig verschont wie Babys, Vögel oder Hunde. Details sollen an dieser Stelle aber nicht verraten werden.

Nett sind auch die diversen Anspielungen: Wenn sich etwa Doug (Aaron Stanford), der ungeliebte Weichei-Schwiegersohn, auf die Suche nach dem Freeway macht und in einem Atomkrater den kindischen Sonnenhut lässig auf dem Rücken trägt wie Clint Eastwood in den guten, alten Westerntagen. Dass dies eine Vorwegnahme späterer Verhaltensweisen des Guten ist, sei hier nur am Rande erwähnt. Natürlich erinnert das Szenario an Klassiker wie "Texas Chainsaw Massacre", hat man die eine oder andere Maske schon einmal gesehen, ist der eine oder andere Tod vorhersehbar. Und obwohl der Film in der Gegenwart spielt, gelingt es Aja, den Geist des 70er Originals aufleben zu lassen. Eine gelungene Kulisse ist die Geisterstadt, die von den Amerikanern zu Atomtestzwecken aufgebaut und mit Schaufensterpuppen ausstaffiert worden war. Das haben wir in ähnlicher Art und Weise schon in "House of Wax" gesehen, der Effekt ist allerdings derselbe: Man weiß genau, dass sich eine der Puppen im nächsten Moment bewegen wird, pullert sich vor Schreck trotzdem fast in den Schlüpper.

Die Charaktere an sich bleiben extrem flach, Tiefgang wird nicht groß geschrieben. Ab und an werden aber durchaus die inneren Werte zum Vorschein gebracht. Dass dabei nicht geredet, sondern vielmehr die Axt geschwungen wird, versteht sich von selbst. Die Special Effects sind superb, keine offensichtlich blutleere Computeranimationen, sondern oftmals handgemacht und angeschminkt.

Zartbesaitete und auf politische Korrektheit Versessene sollten dieses Movie tunlichst meiden, die Aufgabe an alle anderen: Hirn aus, Popcorn in die Hand, Spaß haben!

9 Punkte


Sascha Nieroba

AMAZONEMPFEHLUNG