ReviewAlbum

Band
SAVATAGE 
Kategorie
Album 
Heft
RH #166 
Titel
Poets And Madmen 
Erscheinungsjahr
2001 
Note
8.0 

(62:41) Die Ankündigung von SAVATAGE, back to the roots zu gehen und die Power-Schraube wieder härter anzuziehen, hat übermenschliche Erwartungen geweckt, die die Band in ihrer jetzigen Lage nicht ganz erfüllen konnte. "Poets And Madmen" ist nach dreieinhalb Jahren Wartezeit "nur" ein gutes, aber kein bahnbrechendes Album geworden. Der Mehrheit der elf Songs fehlt es für meinen Geschmack trotz einiger hörenswerter Melodien und spielerischer Details an magischen und wahnwitzigen Momenten, die sich auch nach drei Dutzend Testläufen nicht richtig outen wollen. "Streets", "Gutter Ballet", "Power Of The Night" oder "Hall Of The Mountain King" spielen mit ihren Alltime-Classics in einer anderen Liga. Auch das brillante Vorgängerscheibchen "The Wake Of Magellan" hat im direkten Vergleich kompositorisch deutlich die Nase vorn. Die explosive Power des legendären Side-Projects Doctor Butcher, dessen angesammelte Ideen teilweise aufgefangen wurden, bleibt ebenfalls eine Geschichte für sich, geht ein bisschen im SAVATAGE-Bombast-Kompromiss-Sound unter, obwohl Criss Olivas "Bruder" Chris Caffery einen erstklassigen Job als hauptverantwortlicher Klampfenking hingelegt hat und Jeff Plate mit deutlich lebendigeren Drums mehr aus sich herausgehen durfte als bisher. Gemessen daran, dass die Produktion des zwölften Studioalbums ("Dungeons" mitgerechnet) 16 Monate lang in TSO-freie Termine zerstückelt war und von den Auswirkungen um die Abgänge von Zak Stevens (v.) und Al Pitrelli (g.) überschattet wurde, ist den Jungs um Mountain King Jon Oliva zweifellos ein respektables Werk geglückt - obwohl es offensichtlich ist, dass der Chef selbst nicht mehr über die stimmliche Reichweite verfügt, die er zuletzt 1991 als Leadsänger von "Streets" zur unerreichten Meisterschaft perfektioniert hat. Dies wird vor allem bei - ohnehin schwächeren - Tracks wie 'Awaken' oder 'I Seek Power' deutlich. Anspieltipps für eure Entdeckungsreise sind 'There In The Silence', ein vielseitiger Smasher, angetrieben von einem eingängigen Keyboard-Kreisel und vollendet von einem furiosen Caffery-Solo, 'Morphine Child', ein zwischen Sanftheit und Pfund pendelnder Ohrwurm, und das monumentale, von einem simpel-genialen Piano unterfütterte 'Surrender'.


Matthias Breusch 8.0

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