ReviewAlbum

Band
HELLOWEEN 
Kategorie
Album 
Heft
RH #73 
Titel
Chameleon 
Erscheinungsjahr
1993 
Note
8.0 

Bislang konnte man es sich bei Rezensionen über HELLOWEEN-Platten eigentlich recht einfach machen. Man hätte sich prima auf einen Satz beschränken können: Klasse Melodic Metal, danke, setzen! Mit ihrem neuen Werk "Chameleon" aber machen es einem die Hamburger ganz schön schwer. An alte Zeiten erinnert eigentlich nur noch der Opener 'First Time', wohingegen ansonsten eine fast schon radikale Stiländerung stattgefunden hat. In 'Revolution Now' beispielsweise begegnen uns unverblümte 70er-Einflüsse, die 'Crazy Cat' streunt mit einer gehörigen Portion Swing durch die Rille, während nicht näher bekannte 'Giants' in spacigem Outfit herumspazieren. Abwechslung wird also groß geschrieben. Prinzipiell gut so, an so manchen Stellen wirkt die Platte als solche dann aber doch nicht so richtig tight, was an weniger gelungenen Songs wie dem dahinplätschernden 'Music' oder der nicht sonderlich aufwühlenden Ballade 'Windmill' festzumachen ist. Daß sie auch in diesem Fach was drauf haben, zeigt neben 'I Don't Cry No More' vor allem das atmosphärisch wunderschöne 'In The Night'. Ihre allerstärksten Momente hat die Scheibe aber dann, wenn die Weenies so richtig mit ihren Pfunden wuchern: nämlich aus absolut abgefahrenen Ideen schlüssige und eingängige Songs zu machen. Das forsche, dramatisch angelegte 'Step Out Of Hell' und der geniale, mit schlichtweg phänomenaler Melodieführung ausgestattete Groover 'When The Sinner' sind prächtige Beispiele dafür. Fazit: Die Jungs sind zweifellos auf dem richtigen Weg. Was mir an dieser Platte für eine Wertung in Höchstnoten-Gegend noch fehlt, sind ein paar mehr Aha-Erlebnisse wie die eben erwähnten. (8,0)


Jan Michael Dix 8.0

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