ReviewAlbum

Band
THE DARKNESS 
Kategorie
Album 
Heft
RH #337 
Titel
Last Of Our Kind 
Erscheinungsjahr
2015 
Note
7.0 

Canary Dwarf/Rough Trade (41:33)
Manchmal muss man den Dingen einfach ins Auge sehen, so ernüchternd sie auch sein mögen. Die neue Platte der ehemaligen Glam-Rock-Hoffnungsträger THE DARKNESS, ihre vierte, ist so ein Fall. Ich kann mich an die Veröffentlichung ihres Debütalbums noch erinnern, als läge sie gerade mal ein paar Tage in der Vergangenheit. Und meine Herren, was war „Permission To Land“ (2003) für eine geile Platte! Als zwei Jahre später der keinen Deut schlechter geratene Nachfolger in den Startlöchern stand, war die Sache klar: Diese Briten würden durch die Decke gehen. Was dann kam, ist der Klassiker: Alkohol-, Drogen- und Egoprobleme, Auflösung, Ende, Aus, Micky Maus. 2011 dann die Reunion, ein Jahr später ein durchaus erfreuliches Comeback-Album, das nicht mehr ganz mit den frühen Glanztaten der Truppe um das Geschwisterpaar Dan (g.) und Justin Hawkins (v.) mithalten konnte, aber Hoffnung für die Zukunft machte. Mit der Veröffentlichung von „Last Of Our Kind“ ist die Sache jetzt endgültig klar: Die Band hat einen Großteil des Witzes, der kompositorischen Fähigkeiten und des Charmes eingebüßt, die sie einst so großartig machten. Das größte Manko an der Scheibe ist sicherlich, dass ihr die Hits abgehen. Erinnert sich noch jemand an ´I Believe In A Thing Called Love´? ´One Way Ticket´? ´Get Your Hands Off My Woman´? Auf „Last Of Our Kind“ findet sich kein einziger Track, der auch nur annähernd dieses Format erreicht. Natürlich ist Justin nach wie vor ein absolut begnadeter Sänger und das, womit uns die vier Herren im Jahr 2015 beglücken, kein schlechtes Album - aber es ist nicht nur Meilen, sondern gleich Lichtjahre von dem entfernt, was die Band zu Anfang ihrer Karriere abgeliefert hat.


Jens Peters 7.0

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