ReviewDynamit

Band
MASTODON 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #263 
Titel
Crack The Skye 
Erscheinungsjahr
2009 
Note
8.0 

Warner (50:08)
Nach dem ersten Durchlauf der 50 „Crack The Skye“-Minuten sitzt man sprachlos und erschlagen da, muss erst einmal die Synapsen im Hirn wieder neu zusammenpuzzeln und das nervöse Zittern in sämtlichen Gliedmaßen unter Kontrolle bekommen. (Ach so! Deshalb schüttest du Conny dauernd deinen Tee über die nagelneue Lederhose. - Red.) Der neue MASTODON-Brocken ist schwerer zugänglich als das betont eingängige „Blood Mountain“ und kompositorisch auch nicht ganz so genial ausgefallen, gleicht dies jedoch durch den deutlich verbesserten Gesang aller drei Shouter und eine faszinierende stilistische Vielfalt wieder aus. Mit dem teils wunderschönen, teils von derben Thrash-Parts zerschredderten und vom einzigen Albumgast Scott Kelly (Neurosis) gesungenen Titeltrack, dem mit Tool-Riffing startenden 40-Tonner ´Oblivion´ oder dem Groove-Hit ´Divinations´ liefern die Atlanta-Boys gleichermaßen kompakte wie düstere und zähnefletschend zähflüssige Wirbelstürme ab.
Und dann die Prog-Stücke! ´Quintessence´ ist ein ultraspannender Soundtrip mit überraschenden Wechseln zwischen majestätischer Erhabenheit und brachialem Geballer, bei ´Ghost Of Karelia´ düsen Led Zeppelin in einem „2001“-Drogenflash durchs All, und die zwölf bzw. 14 Minuten langen Epen ´The Czar´ und ´The Last Baron´ fordern den Hörer bis an die Grenzen seiner Verarbeitungsfähigkeit. Nie zuvor brachten MASTODON so schlüssig King Crimson, Neurosis, Voivod, Devin Townsend und harten Classic Rock unter einen Hut, und das Allerbeste: Die Band hat ihr Potenzial noch längst nicht ausgereizt, da geht definitiv noch mehr.


Michael Rensen 8.0

AMAZONEMPFEHLUNG