ReviewDynamit

Band
MASTODON 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #232 
Titel
Blood Mountain 
Erscheinungsjahr
2006 
Note
9.0 

(68:14)
Ja, ich gestehe: Den Vorgänger „Leviathan“ habe ich damals im Soundcheck mit 7,5 Punkten völlig unterbewertet. Heute, knapp zwei Jahre später, würde dieser Monolith von einem Album von mir ohne Wenn und Aber die Höchstpunktzahl einstreichen. Selten ist eine CD im Laufe der Zeit so gewachsen.
Wer jetzt allerdings der Meinung ist, „Blood Mountain“ macht es einem aufgrund der Vertrautheit mit der Band am Anfang leichter, muss umdenken. „Progressiv sind wir nicht“, meinten MASTODON mal über ihre Musik. Nun, da dürfen die Meinungen ohne jeden Zweifel auseinander gehen - auch wenn Gefrickel eher Fehlanzeige ist. Stattdessen verneigen sich die Amis tief vor den Helden der Siebziger und reichern ihre mit Alternative-, Hardcore-, Thrash- und Noise-Zitaten versehenen Extrem-Metal-Songs immer wieder mit großartigen und ausgiebigen instrumentalen Abfahrten an, die einen über diverse Umwege auf die Reise in seinen eigenen fuckin´ Mind-Kosmos schicken. Und dass die Prog-Avantgardisten King Crimson der größte Einfluss des Quartetts sind, ist sowieso nur selten von der Hand zu weisen. Beim völlig irren ´Capillarian Crest´ ist man sogar so nahe bei Robert Fripp & Co. wie noch nie.
Die eine oder andere zwingendere Gesangsmelodie würde zwar nicht stören; davon abgesehen - und davon, dass man sich die 16 Minuten Leerlauf am Ende (es folgt noch ein einminütiger, verzichtbarer Hidden Track) gerne hätte schenken können - ist „Blood Mountain“ aber eins der tollsten Musik-Erlebnisse der letzten Zeit.


Boris Kaiser 9.0

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