ReviewAlbum

Band
OMEN 
Kategorie
Album 
Heft
RH #197 
Titel
Eternal Black Dawn 
Erscheinungsjahr
2003 
Note
3.0 

In retro veritas - die guten Zeiten kommen wieder? Quatsch mit Soße. Nach Metallica und Tank schmiert mit OMEN in diesem Jahr bereits die dritte Achtziger-Legende übel ab. Allerdings hatte ich nach dem in der Tat unterirdischen Rohrkrepierer "Re-Opening The Gates" nichts anderes erwartet. Aber auch die Reaktion von Boris (warum stehen unter der doch sehr verhaltenen Pluskritik eigentlich acht Zähler, Meister?) kommt nicht überraschend. Dafür schwört unsere rheinische Frohnatur einfach zu sehr auf klassischen US-Power-Metal, wie ihn die Band aus L.A. vor knapp zwei Dekaden auf den Genreklassikern "Battle Cry", "Warning Of Danger" und "The Curse" in Vollendung zelebrierte. Davon kann 2003 noch nicht einmal im Ansatz die Rede sein, denn leider ist nicht nur das von "Bo" völlig zu Recht kritisierte Medley für die Füße, sondern die komplette Scheibe. Und das von A wie Artwork bis Z wie Zusammenspiel.
Was mich an "Eternal Black Dawn" aber am meisten stört, ist die völlig missratene Produktion, die Bandleader Kenny Powell (g.) zu verantworten hat. Dabei leben wir - Apple-Rechnern und ProTools sei Dank - in einem Zeitalter, in dem sich auch mit wenig Schotter in jeder Besenkammer eine vernünftige Produktion fahren lässt. Aber auch hinsichtlich der neuen Songs präsentieren sich OMEN ähnlich dröge, rückständig und uninspiriert wie auf dem Vorgänger. So konnte ich auch nach einem guten Dutzend Hörproben keinen einzigen halbwegs passablen Song ausfindig machen. Zudem ist Sänger Kevin Goocher stimmlich mindestens so weit von Kultsirene J.D. Kimball entfernt wie die Frankfurter Eintracht von der Qualifikation für die Champions League. Unter Daseinsberechtigung verstehe ich was anderes. War früher vielleicht wirklich alles besser? Im Falle von OMEN, Tank und dieser anderen komischen Loser-Kapelle schon.


Uwe "Buffo" Schnädelbach 3.0

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