ReviewDynamit

Band
TYPE 0 NEGATIVE 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #112 
Titel
October Rust 
Erscheinungsjahr
1996 
Note
9.0 

Lange musste die riesige Fangemeinde warten, doch jetzt geben Peter Steele und seine Kumpanen endlich die Antwort auf die bohrende Frage, ob sie ihren Meilenstein "Bloody Kisses" noch mal toppen können - sie können nicht. Allerdings hat das wohl kaum jemand erwartet, und enttäuschend ist "October Rust" ganz bestimmt nicht. Nur anders. Sicher, die Grundzutaten wie Steeles Monster-Bass, Joshs originelle Keyboard-Arrangements und die Zähigkeit des Tempos, in dem sich die Songs fortbewegen, sind immer noch da. Neu hingegen ist, dass Meister Steele mehr und mehr melodisch singt, die tiefen Vocals dagegen im Hintergrund stehen. Des Weiteren fällt auf, dass man an allen Ecken und Enden Einflüsse aus den später Sechzigern heraushören kann, was bedeutet, dass "October Rust" erheblich ruhiger und relaxter ausgefallen ist als sein Vorgänger. So verträumt wie etwa 'Red Water' klang nicht mal 'Summer Breeze'! Doch TYPE 0 NEGATIVE sind natürlich weit davon entfernt, ein langweiliges Album abgeliefert zu haben. Dafür sorgen alleine schon mit grandiosen Melodien gespickte Highlights wie 'Druidess', 'Wolf Moon', das überlange 'Haunted' oder das tolle Neil Young-Cover 'Cinnamon Girl'. TYPE 0 setzen anno '96 auf eingängiges, clever durchgestyltes Material und lassen die ungehobelten, bösartigen Wutattacken aus der "Slow, Deep And Hard"-Phase außen vor. Wem welcher Stil besser gefällt, ist schlussendlich reine Geschmacksfrage. Dass "October Rust" hingegen eine geile Scheibe ist, steht nicht zur Debatte, denn das ist ein Faktum.


Frank Albrecht 9.0

AMAZONEMPFEHLUNG