ReviewAlbum

Band
METAL CHURCH 
Kategorie
Album 
Heft
RH #9 
Titel
Metal Church 
Erscheinungsjahr
1984 
Note
10.0 

Morgens schneite mir ein Advance-Tape ins Haus, und ganz unschuldig schob ich es in mein Tapedeck. Nichtsahnend drehte ich die Lautstärke in die Höhe, und los konnte es gehen. Was mir entgegenschlug, übertraf meine kühnsten Vorstellungen! Bisher war ich ja einiges gewohnt, ich kannte ja das Demo von METAL CHURCH schon einige Zeit, doch was die Band auf dieser LP bietet, läßt alles Bisherige verblassen.Es überschwappte mich eine Welle des Einfallsreichtums, Stücke, die - so glaube ich - Maßstäbe für die Zukunft gesetzt haben. Wer kennt nicht die Supersongs vom "Metal Massacre"- und "Northwest Metalfest"-Sampler - jeweils waren METAL CHURCH-Stücke die Höhepunkte. Leider waren auf dem Vorabtape nicht die Songtitel und die Musiker vermerkt, und so muß ich die Songtitel nach dem Raushören betiteln. Über die Band will ich hier nichts schreiben, da mit Sicherheit eine Story über sie in einem der nächsten Rock Hard-Hefte zu finden sein wird. Nur soviel sei gesagt: Die momentane Besetzung sieht folgendermaßen aus: D. Erickson (b.), K. Arrington (dr.), die beiden Gitarristen K. Vanderhoof und C. Wells und der Supersänger D. Wayne, obwohl ich mir bei ihm nicht sicher bin, denn seine Stimme klingt doch sehr verändert gegenüber den Demo-Aufnahmen. Nun aber zur Musik: 'Beyond The Black' eröffnet den Reigen. Etwas außergewöhnlich am Anfang, bricht dir nach spätestens 30 Sekunden die Bude ab. Im Mittelteil sorgen kurz Akustikgitarren für etwas Erholung, aber dann geht die Post endgültig ab. Mit 'Metal Church' folgt dann wieder ein Stück der Sonderklasse. Hier besticht vor allem die Super-Drumarbeit und das Gefühl von D. Wayne, dieses Stück zu interpretieren. Jetzt endlich fällt mir auch ein, an wen mich METAL CHURCH zumindest im Ansatz erinnern, nämlich an die Superscheibevon Culprit, mit dem Unterschied, daß METAL CHURCH noch Klassen besser sind. Nach einem kurzen, aber harten Drumintro fegt die saustarke Instrumentalnummer 'Mercyless Onslaught' durch dein Zimmer, in etwa vergleichbar mit Anvils 'March Of The Crabs', auch wenn es nicht ganz an dieses Stück heranreicht. Den Abschluß bildet eine Ballade. 'Gods Of Wrath' beginnt mit einer Akustikgitarre, und Sänger D. Wayne beweist, wieviel Gefühl er in die Waagschale werfen kann. Zum Schluß wird das Stück dann schneller, so daß es den meisten Headbangern gefallen dürfte. Bei Seite zwei wird es dann schwierig mit den Songtiteln, na ja, ich versuche mal mein Glück. Das erste Stück heißt, glaube ich, 'Thrasher'. Wie der Titel schon verrät, ein Super-Banger, der das Letzte aus euren Nackenmuskeln holt. Es geht weiter mit einem Track, dessen Titel ich nicht kenne. Etwas schwerfälliger, aber mit Sicherheit nicht schlechter als 'Thrasher', beweist dieses Stück, daß METAL CHURCH keine schwachen Songs schreiben können. Hier ist die Drumarbeit von K. Arrington absolute Spitze. Mit dem dritten Song ist dann der Höhepunkt erreicht,ich kann mir nicht vorstellen, daß die Band noch bessere Stücke komponieren wird. Nach einem kurzen, ungewöhnlichen Drumintro zerschmettern K. Vanderhoof und C. Wells mit ihren Gitarren deine Boxen. Mit 'Battalions' geht's weiter. Unglaublich, eine weitere Steigerung - das bisher schnellste Stück. Den Abschluß bildet 'Highway Star'. Dieser Titel kommt euch mit Sicherheit bekannt vor, ich hielt es eigentlich auch für ziemlich unnötig, daß METAL CHURCH eine Coverversion spielen müssen, und dazu ausgerechnet auch noch eine von Deep Purple. Doch nach mehrmaligem Anhören muß ich sagen, da kann das Original nicht mithalten. METAL CHURCH machen hier vor, wie Deep Purple im Jahre '84 eigentlich klingen sollten. Die beste Coverversion, die ich kenne! Dann ist der Spuk aber endgültig vorbei, und für die Platte des Monats und das Debütalbum des Jahres gebe ich eine glatte 10.


Frank Trojan 10.0

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