ReviewAlbum

Band
V8 WANKERS 
Kategorie
Album 
Heft
RH #373 
Titel
Full Pull, Baby! 
Erscheinungsjahr
2018 
Note
8.5 

Rude/Soulfood (36:45)
Keine Frage: Die Zeit war reif für ein neues V8 WANKERS-Langeisen, nachdem der Vorgänger „Harden The Fuck Up“ fast auf den Tag drei Jahre auf dem schweißgetränkten Buckel hat. Beinahe überflüssig zu erwähnen, dass auch der neunte Studiodreher der hessischen Asi-Power-Punk-Rock´n´Roller vor Dreck nur so strotzt und Parallelen zu „Australia´s finest“ Rose Tattoo, Motörhead, AC/DC und skandinavischem Rotzrock auszumachen sind. Insbesondere an Angry Andersons Himmelfahrtskommando scheinen der vollkörpertätowierte Frontmotor der Band, Mr. Ralf Lutz, und seine Mannen auf „Full Pull, Baby!“ einen Narren gefressen zu haben, nimmt man von fetzigen Slidegitarren flankierte Nummern wie ´Simply Irresistible´, ´Blood & Thunder´, ´Getergone´, ´The Last Rock´n´Rolla´ oder auch die Lemmy-Huldigung ´Live Fast, Rock Hard, Die Old´ als Maßstab. Aber auch ansonsten rockt, rollt und röhrt das aktuelle „Muscle Car“ der fünf Bad Boys auf einer Skala von eins bis zehn durch die Bank weg auf Stufe elf.


3 Fragen an V8 WANKERS-Sänger Ralf Lutz:

Ralf, was hat es mit dem Albumtitel „Full Pull, Baby!“ auf sich?

»Der Titel ist dem stärksten Motorsport der Welt, dem Tractor Pulling, entliehen. Wenn der Traktor das anhängende Gewicht über die volle Distanz ziehen kann, ist das ein Full Pull. Nach Muscle Cars und Drag Racing war das Pulling schon lange mein liebstes Steckenpferd in Sachen V8. Als ich mir nun zu unserem neunten Studioalbum überlegte, wieder rauer und ursprünglicher ans Werk zu gehen, kam mir gleich das Simply Irresistible Racing Team für die visuelle Umsetzung in den Sinn, das ich 2004 erstmals auf der Europameisterschaft in Füchtorf gesehen hatte. Mit ihren fünf synchronisierten Chevy-based Big Blocks sind sie genau das Pendant zu unserem neuen alten Sound. Laut, ursprünglich und voller unbändiger Power. Wir haben dem Team nicht nur unser komplettes Artwork gewidmet, sondern auch unsere erste Singleauskopplung, zu der wir in deren Werkstatt in Dronten auch das erste Video gedreht haben.«

Ihr seid 2016 erstmals durch die USA getourt. Wie habt ihr das mit der Einreise gewuppt bekommen? Oder hattet ihr ganz offizielle Arbeitsgenehmigungen?

»Du stellst Fragen, haha. Es war schon etwas halbseiden, basierend auf diversen Einladungen und mit Hilfe unserer befreundeten amerikanischen Vorband überhaupt erst umsetzbar. Die Tour wurde aber ganz offiziell gebucht und war echt ein Erlebnis, da sie uns fast klassisch entlang der Route 66, von der Ostküste bis zur Westküste, geführt hat. Von Brooklyn bis Santa Monica und zwischendurch zu Buffalo Bill - yeehaw! Das hat immerhin dazu geführt, das wir 2017 noch mal für drei Shows eingeladen wurden. Neben New York und Philly ging es auch erstmals nach Nashville. Unsere letzte Scheibe wurde in den Staaten mit exklusivem Song und exklusivem Frontcover veröffentlicht und heißt dort „Harden The Fuck Up USA“. Wir werden aber frühestens wieder 2019 dort an den Start gehen, da dieses Jahr mal wieder Europa in Fokus liegt.«

Der Song ´Live Fast, Rock Hard, Die Old´ ist eine Hommage an Lemmy. Hattest du mal das Vergnügen, Lemmy persönlich kennenzulernen, habt ihr mal mit Motörhead gespielt?

»Ja, sowohl als auch. Ich hatte Lemmy erstmals Anfang der Neunziger kennengelernt, als ich mit ihm ein Interview für das lokale „Way Up“-Magazin gemacht hatte. Das war auf der Tour mit Dio und einer dritten Band namens Speedball. Ein unvergessenes Erlebnis, besonders weil ich beim Betreten seines Backstage-Raums seinen Kleiderständer umrannte und er lachend sagte: „Als ich dich sah, wusste ich, du würdest Ärger machen!“ Danach haben wir erst mal einen getrunken. Ein guter Mann. 2002 oder 2003 waren wir mit V8 WANKERS Vorband von Motörhead in Kroatien und haben mit ihnen in Pula direkt am Strand vor knapp 10.000 Leuten rocken dürfen, was für uns als noch junge Band ein Highlight war und immer bleiben wird. Ich hatte ihn später noch mal persönlich nach dem Konzert von Headcat in Berlin getroffen, was mich als alter Rockabilly auch sehr gefreut hat.«


Uwe "Buffo" Schnädelbach 8.5

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