ReviewAlbum

Band
ENGEL 
Kategorie
Album 
Heft
RH #373 
Titel
Abandon All Hope 
Erscheinungsjahr
2018 
Note
8.5 

Gain/Sony (47:31)
Sängerwechsel sind naturgemäß immer schwierig, und obwohl die Ablösung des charismatischen Mangan nun schon fast fünf Jahre und ein Album her ist, fremdele ich immer noch etwas mit dem Screaming von Mikael Selihn (u.a. im etwas plakativ auf hart und schnell getrimmten ´Buried´). Zum Glück setzt der Frontmann inzwischen aber vermehrt auf Klargesang, der sowieso viel besser zu seiner Stimme passt. In Verbindung mit den markanten Melodien und den packenden Signature-Riffs entstehen so etliche magische Momente, die den Frühwerken durchaus Paroli bieten können - allen voran in den beiden Überhits ´The Darkest Void´ und ´As I Fall´. Angesichts solcher Songs kann man nachvollziehen, warum In Flames, an deren jüngere Werke ´The Legacy Of Nothing´ erinnert, 2011 Mastermind Niclas Engelin als Gitarristen rekrutiert haben. Er ist nämlich nicht nur eine Rampensau par excellence, sondern hat den typischen Göteborg-Sound mit seiner Mischung aus Härte und Melancholie auch komplett verinnerlicht; zudem zeigt er hier einmal mehr seine herausragenden Fähigkeiten als Songwriter.

3 Fragen an ENGEL-Bandgründer, -Namensgeber, -Hauptsongwriter und -Gitarrist Niclas Engelin:
 
Niclas, findest du neben deinem Job bei In Flames immer noch genug Zeit für ENGEL? Können dich die anderen Bandmitglieder als Songwriter entlasten? Wie stellt sich die Live-Situation dar?

»Es ist angesichts meiner anderen Verpflichtungen zwar schwierig, Zeit für ENGEL freizuschaufeln, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ich bin nach wie vor der einzige Komponist in der Band, aber wir arrangieren die Songs gemeinsam und haben dabei sehr gute, konstruktive Gespräche. Seitdem In Flames so viel touren, ist es schwierig für mich geworden, denn wenn ich nach sechs Wochen Tour endlich nach Hause komme und dann direkt wieder vier Wochen mit ENGEL auf Tour gehen würde, gäbe es ein lautes Nein von meiner Frau und meinen Kindern. Deswegen bin ich nun schon seit einigen Jahren nicht mehr mit ENGEL aufgetreten, und ich weiß auch gar nicht, ob sie mich inzwischen überhaupt noch auf der Bühne haben wollen (lacht). Ich habe sie hier in Göteborg live gesehen, und sie haben fantastisch abgeliefert. Sie haben sich dazu entschieden, meine Gitarrenspuren vom Band laufen zu lassen, um die Leere der fehlenden zweiten Gitarre zu füllen. Marcus (Sunesson, ex-The-Crown) spielt grandios dazu und ist ein echter Meister seines Fachs. Die nächsten Shows sind bereits in Planung.«

Welche Idee steckt hinter dem Albumtitel?

»Bei einem gemeinsamen Treffen stellte sich zufällig heraus, dass unser Bassist Steve Drennan Gedichte schreibt - und zwar wirklich gute! Er las uns einige vor und inspirierte uns so zu der Redewendung „Abandon All Hope“, die Seeleute zu sich sagen, wenn ihr Schiff sinkt und ihnen nichts anderes mehr übrig bleibt, als ins kalte Wasser zu springen. Der Titel mag aussichtslos klingen, aber für uns bedeutet es eher das Gegenteil, denn das neue Album ist voller Licht und mit Abstand unser eingängigstes.«

Das Line-up scheint inzwischen ja wieder stabil zu sein. Haben sich die „Neuen“ eingelebt?

»Oh ja, Oscar Nilsson und Mikael Sehlin haben sich durch die Arbeit im Studio sowie die Touren gut eingelebt und sind inzwischen fester Teil der ENGEL-Familie. Wir hängen oft zusammen ab, trinken Bier und reden stundenlang über Musik - eine perfekte Chemie!


Marcus Schleutermann 8.5

AMAZONEMPFEHLUNG

 
 

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen