ReviewAlbum

Band
VORBID 
Kategorie
Album 
Heft
RH #372 
Titel
Mind 
Erscheinungsjahr
2018 
Note
5.5 

Indie/Soulfood (48:58)
Ich hab ja nie verstanden, warum junge Metal-Bands ihr Heil im Regurgitieren (yeah! - Red.) von Achtziger-Klischees suchen. Das „melodische“ Zerdudeln von Thrash ist zwar ein zeitloses Problem, aber atonales Krähen, Zombie-Texte und schlecht gezeichnete Cover in Bonbonfarben, damals die pure Auflehnung, kommen 2018 weder aggressiv noch authentisch rüber, sondern bestenfalls albern. Auch müssten Generik und Konformismus dem Selbstverständnis des Metallers eigentlich widersprechen. Zumindest machen VORBID mal nicht auf uralte Kreator, Slayer oder Exodus. Dafür bürsten sie ihre fünf Stücke auf progressiv, indem sie sie ungelenk in die Länge ziehen (bis zu 23 Minuten). Das schließt, anders als Hooklines, ausgiebige Instrumental-Passagen sowie akustische Gitarren ein. Teilweise ergeben sich durchaus hörenswerte Momente, zudem ist die Leadarbeit erstklassig. Dennoch fehlt die kompositorische Chuzpe, sich besagte Manierismen anzueignen und sinnvoll in ein eigenes musikalisches Konzept zu integrieren. In seltenen Fällen funktioniert das ja zugegebenermaßen, nur sind VORBID nicht Vektor - hier wird nicht extrapoliert, sondern lediglich geschwelgt.


Hendrik Lukas 5.5

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