ReviewAlbum

Band
´77 
Kategorie
Album 
Heft
RH #372 
Titel
Bright Gloom 
Erscheinungsjahr
2018 
Note
5.0 

Century Media/Sony (41:16)
PLUS-MINUS

Die bisherigen Garanten für AC/DC-Riff-Rock der Bon-Scott-Ära krempeln ihr bisheriges Erfolgskonzept mal eben komplett um: „Bright Gloom“, das fünfte Album im Bandkanon, präsentiert die Valeta-Brüder Armand und LG und ihre Sidekicks von einer bisher unbekannten Seite. Die stilistischen Verneigungen vor den Aussie-Göttern sind nur noch latent im Bandsound auszumachen, stattdessen orientiert man sich im Jahr 2018 stilistisch an Ikonen wie Black Sabbath, MC5 oder The Stooges. Mit eher mittelmäßigem Erfolg, wie ich finde, aber die Tage, in denen man ´77 problemlos als perfekte Ersatzdroge für AC/DC-Fans empfehlen konnte, sind nicht nur unwiderruflich vorbei, sondern, schlimmer noch, der Garagen-Rock auf „Bright Gloom“ wirkt über weite Phasen dermaßen unterkühlt und uninspiriert, dass in der Redaktion umgehend das Gerücht, die Band wolle anscheinend mit aller Macht ihren Plattenvertrag loswerden, die Runde machte. Zumindest die Titel der letzten beiden Songs, ´I Want My Money Back´und ´Make Up Your Mind´, dürften die Theorie weiter befeuern. Ist aber vielleicht auch alles nur ein großer Spaß, den der Rezensent nicht versteht.
Thomas Kupfer
5

Wer AC/DC hören will, soll sich einen Sampler aus ihren vielen unantastbaren Songs basteln und mal besonders aufmerksam lauschen. Dann wird ihm oder ihr klar werden, dass die Bullets und Airbournes dieser Welt den Originalen zu keiner Zeit das Wasser gereicht haben oder reichen werden. Was das mit ´77 zu tun hat? Immer noch sehr viel, denn die Spanier stehen den Australiern aktuell vielleicht sogar näher als je zuvor, bloß eher in ideeller Hinsicht als rein stilistisch. Frontmann Armand schert sich erst gar nicht um die spätere Arena-Rock-Phase seiner Vorbilder, sondern würdigt den Geist des Malochers Bon Scott völlig zwanglos, indem er sich Alltagsfrust von der Seele singt. Das geht mit einer ruppigeren Marschroute einher, die aber keineswegs so anders ist, wie Thomas das darstellt. „Bright Gloom“ mag aufgrund seiner Kanten keine sofortige Liebe sein, klingt dafür aber umso länger nach und ist ein authentisch wütendes Heilmittel gegen selbstreferenzielle und fantasielose Plagiate.
Andreas Schiffmann
7,5


Thomas Kupfer und Andreas Schiffmann 5.0

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