ReviewAlbum

Band
VALBORG 
Kategorie
Album 
Heft
RH #360 
Titel
Endstrand 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
7.5 

Prophecy/Soulfood (44:04)
Wer nach der letzten Totenmond-Scheibe immer noch gute Laune hat, sollte seinen nächsten Urlaub am „Endstrand“ buchen: VALBORG sind sowohl textlich als auch musikalisch dermaßen verstörend und negativ, dass sie selbst Florian Silbereisen in den Selbstmord treiben würden. Im Vergleich zum Vorgänger marschieren die Bonner diesmal zackiger geradeaus und lassen bei ihrem Amoklauf die Keule zwischen Crowbar, Celtic Frost und eben Totenmond fallen. Das schwere Pfund entfaltet seine Faszination aber vor allem in Kombination mit den extrem angepissten Vocals, die offensichtlich unmittelbar vor einem Nervenzusammenbruch aufgenommen wurden. In Verbindung mit dem klasse Coverartwork also erneut eine Empfehlung für Freunde extremer Klänge, die auf der Suche nach dem etwas Anderen sind.
3 Fragen an VALBORG-Gitarrist/Sänger Christian Kolf:

Christian, VALBORG standen bisher für stilistische Variabilität. In welche Richtung schlägt das Pendel diesmal aus?

»Musikalisch geht´s sehr geradlinig zur Sache. Kosmischer Doom-Punk aus dem Herzen. Temperamentvoll, cholerisch, befreiend. Ballern ohne Gnade. Stell dir eine Band vor, die nach einem Nuklear-Vorfall im Luftschutzbunker ein Album aufnimmt. Wir haben unsere „romantische“ Seite mit der letzten Platte ziemlich ausgelebt und mussten mal wieder was kaputtmachen.«

Die Vocals klingen extrem angepisst und verzweifelt - muss man sich Sorgen um euren Geisteszustand machen?

»Danke erst mal für dieses nette Kompliment. Ihr seid echt süß. Und nein, ihr müsst euch keine Sorgen um unseren Geisteszustand machen. Jeder, der uns gerne hört, hat bestimmt irgendwelche Probleme im Leben. Dann wird man die Sache auch fühlen und hoffentlich ein paar gute Momente mit unserer Musik erleben, sie als Ventil verstehen, um den ganzen Wahnsinn auf dieser Welt besser ertragen zu können. Dafür war Metal schon immer da.«

Demnächst seid ihr wieder live zu erleben. Mit welchen Acts würdet ihr gerne mal auf Tour gehen, und welchen Gruppen fühlt ihr euch musikalisch-philosophisch verbunden?

»Triptykon. Weil wir Freunde sind. Musikalisch-philosophisch verbunden fühlen wir uns am ehesten mit Type 0 Negative, weil die alles nicht so ernst genommen haben und dann doch alles sehr ernst war.« (wlk)


Wu Gang 7.5

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