ReviewAlbum

Band
MYTHRA 
Kategorie
Album 
Heft
RH #360 
Titel
Still Burning 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
8.0 

High Roller/Soulfood (44:15)
Stammleser werden bemerkt haben, dass ich in Sachen Traditions-Metal eher zu den Skeptikern gehöre. Die Klassiker des Genres wurden längst geschrieben, in der Regel von jungen Männern in ihren Zwanzigern oder Dreißigern, am Puls des Zeitgeistes. Es ist schwer, so was 35 Jahre später zu reanimieren, aber ausgerechnet MYTHRA ist dieses Kunststück gelungen. Die Band gehört zu den geheimnisvollsten Vertretern der NWOBHM. Neben einer EP („Death And Destiny“) auf dem legendären Guardian-Label hat die 1978 gegründete Band nur wenige Spuren hinterlassen. Erst eine Einladung aufs Brofest (2015!) ermöglichte die Veröffentlichung weiterer Songs aus den Archiven der Musiker. „Still Burning“ ist hingegen das erste zusammenhängend aufgenommene Album der Band. Das Gefühl für die Trademarks des Genres hat jedoch überdauert. MYTHRA klingen kein Stück altbacken oder wie Männer mittleren Alters, die sich besser ein Motorrad gekauft hätten. Die elf Songs zeichnen sich durch angenehme Melodien und eine analog klingende Einspielung ohne Proporz aus, bei der kein Musiker als Primadonna in den Vordergrund drängt. Hier herrscht noch echter Teamgeist, bei dem Drums, Bass und Gitarren zu einer Einheit verschmelzen und die Vorlage für den Gesang liefern, der sich wie selbstverständlich in den Song einfügt. MYTHRA werden oft mit den frühen Iron Maiden („Soundhouse Tapes“) verglichen, mit Artverwandtem wie Satan oder Jaguar. Das kann man so stehen lassen. Hier spielen keine Fanboys, sondern die Originale. Matthias, bitte übernehmen!


Holger Stratmann 8.0

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