ReviewAlbum

Band
LUNAR SHADOW 
Kategorie
Album 
Heft
RH #360 
Titel
Far From Light 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
9.0 

Cruz Del Sur/Soulfood (57:54)
Für ihre Eigenproduktion heimsten LUNAR SHADOW in den letzten anderthalb Jahren eine Menge Lob ein - verdientermaßen. Und dass die Hoffnungen, die dabei in die Kapelle gesetzt wurden, voll und ganz berechtigt waren, beweist das erste Album „Far From Light“: LUNAR SHADOW haben einen enormen Entwicklungsschritt vollzogen und ihre Musik deutlich erweitert. Nach wie vor den Prinzipien des traditionellen Metal ergeben, schrecken die fünf Musiker aber auch nicht vor Elementen des melodischen Göteborg-Death zurück, ebenso wie sie beispielsweise die schroffe Epik von Bathory für sich zu nutzen verstehen. Die neuen Elemente und die bekannten Vorzüge wie die süchtig machenden Gitarrenmelodien vereint diese junge Band mit erstaunlich sicherer Hand und erschafft faszinierende Songs, die den Hörer ganz und gar gefangen nehmen und in eine mystische Klangwelt entführen. „Far From Light“ ist ein ganz großes Geschenk, ein außergewöhnliches Album, das wir auch in vielen Jahren mit Begeisterung auflegen werden, obgleich wir es vielleicht nie bis in seine allerletzten Tiefen ergründen können.
3 Fragen an LUNAR SHADOW-Gitarrist Max „Savage“ Birbaum:

Max, eure Eigenproduktion „Triumphator“ wurde bei uns zum „Demo des Monats“ gekürt...

»...worauf ich immer noch stolz bin. Es sorgte für nicht wenig Aufmerksamkeit, und im Anschluss haben wir ziemlich viele Bestellungen bekommen. Das Geld werden wir für noch seltsameres Merchandise ausgeben.«

Für die neue Platte „Far From Light“ hat sich eine Menge geändert. Von den längeren, komplexeren Kompositionen, die nicht mehr so einfach konsumierbar sind, bis hin zum neuen Logo, das ziemlich Black-Metal-mäßig anmutet. Habt ihr keine Angst, eure bisher gewonnenen Fans zu überfordern oder Interessenten durch die neue Optik in die Irre zu führen?

»Ich war mit dem alten Logo nicht mehr zufrieden. Wie dürre Zweige im Herbst, ich wollte etwas Professionelleres. Etwas, das unsere Musik widerspiegelt: geheimnisvoll, verschachtelt und voll kleiner Feinheiten. Und sollte es Menschen in die Irre führen, umso besser. Menschen zu verwirren, finde ich großartig. Für unsere EP hatten wir bewusst etwas direktere Songs ausgewählt. Ich mache keine Musik, um anderen Menschen zu gefallen oder das zu tun, was von mir erwartet wird. Manch einem wird der gestiegene Anspruch an Form und Musik nicht zusagen, andere werden der Band dafür nur umso stärker folgen.«

Du hast mal gesagt, dass du auf Tourneen keinen großen Bock hast. Und wie wollt ihr dann „Germany´s Next Top Metaller“ werden?

»Das ist richtig, ich habe darauf keine Lust. Wir werden auch weiterhin nur einige wenige ausgewählte Shows spielen, bei denen das Gesamtpaket stimmt. Eine Tour wird es mit LUNAR SHADOW nicht geben. Mir ist bewusst, dass diese Einstellung limitierend ist, denn in einem Punkt hast du sicher Recht: Reichweite bekommt man im Heavy Metal heutzutage im Grunde nur dadurch, zu spielen, zu spielen und zu spielen. Ich möchte aber keinen Durchbruch schaffen, ich möchte auch gar nicht zu einem größeren Label. Wir haben Fans. Es kommen täglich ein paar neue dazu. Menschen, denen unsere Musik teuer wird. Niemand redet mir rein. Ich kann tun, was immer ich will, wann immer ich will. Es ist die ultimative Freiheit, und das ist es, was ich suche. Feuer und Tod.« (sg)


Stefan Glas 9.0

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