ReviewAlbum

Band
HARPYIE 
Kategorie
Album 
Heft
RH #360 
Titel
Anima 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
5.5 

Metalville/Rough Trade (56:13)
Kurz aufgehorcht, während Dietmar Wischmeyer das Intro zu „Anima“ spricht, und dann abschaltend zurückgelehnt, denn HARPYIE bleiben weiterhin zweite Mittelaltermarkt-Liga. Dort spielt das Quintett seinen Ball überambitioniert (mythologisch verbrämte Texte zu aktuellem Weltgeschehen und der Conditio Humana) mit viel Gedudel, ein paar elektronischen Einsprengseln und symphonischem Popanz doch nur geradeaus und schießt am Ende kein Tor. So opulent die Scheibe klanglich in Szene gesetzt wurde, so einfach lässt sich die enthaltene Musik durchschauen: einfältige Metal-Riffs und lyrischer Schwulst voller Schüttelreime im engen Korsett allzu herkömmlicher Songstrukturen, weshalb das aufwändige Drumherum verpufft. Deshalb gewinnt man den Eindruck, die Band wolle jeden noch so doofen Methorn-Schwinger mobilmachen, obwohl sie sich andererseits ach so anspruchsvoll gibt. Schafe im Wolfspelz quasi.


Andreas Schiffmann 5.5

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