ReviewAlbum

Band
TRIAL,TRIAL (SWE) 
Kategorie
Album 
Heft
RH #359 
Titel
Motherless 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
8.0 

Metal Blade/Sony (47:39)
Im Zuge des (wieder nachlassenden) Mercyful-Fate-Hypes der letzten Jahre wurde mir das zweite TRIAL-Album, „Vessel“ von 2015, mancherorts ein wenig arg offensiv als Nachfolger großer „Melissa“- und „Don´t Break The Oath“-Errungenschaften hochgejazzt, aber Klappern gehört natürlich zum Handwerk: Was die Klassiker von King Diamond & Co. auch auf lange Sicht so herausragend macht, nämlich diese typische Mischung aus beeindruckender Musikalität, einnehmender Atmosphäre und hochanspruchsvollen Arrangements, die nicht nur den Bauch, sondern auch den Kopf ansprechen, ist bei den Schweden, die sich aus rechtlichen Gründen neuerdings offiziell TRIAL (SWE) nennen müssen, nämlich noch ein wenig die Krux. Heißt mit anderen Worten: „Vessel“ und nun auch „Motherless“, das mit acht Stücken das Full-length-Ziel locker erreicht, wirken hin und wieder ein bisschen ZU durchdacht und „clever“, selbst nach ausgiebiger Beschäftigung nimmt man auch als erfahrener Hörer nur wenige Hooklines mit, denen man zutraut, in zehn Jahren noch als „Beispiele“ oder gar Blaupausen herzuhalten. Andererseits darf das hier Stehende auch als echtes Kompliment gewertet werden: Während man über Großteile der Konkurrenz keine drei Worte verlieren muss, spielen TRIAL eben in der relevanten Liga, sie komponieren so, dass man sich auf ihre neuen Songs freut und sich mit ihnen auseinandersetzt, sie sind die Band, deren Platten man auflegt, wenn man nach den letzten Portrait-Drehern Bock auf weiteren Stoff dieser Art hat. Und das Artwork von Costin Chioreanu ist natürlich einmal mehr ein Knaller, bei dessen Betrachten man gierig das schöne Wörtchen „Vinyl!“ vor sich hinbrabbelt...


Boris Kaiser 8.0

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