ReviewAlbum

Band
STEEL PANTHER 
Kategorie
Album 
Heft
RH #359 
Titel
Lower The Bar 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
8.5 

Open E/Rough Trade (39:23)
Eigentlich sollte man sich an das Spielchen ja inzwischen gewöhnt haben, aber trotzdem ist´s immer wieder faszinierend: STEEL PANTHER schicken uns ´ne neue Platte - und in der Redaktion bricht der dezente Wahnsinn aus. Rensen köpft noch vor dem Mittagessen ein halbes Dutzend Pilsken und schwingt vor, neben und selbstverständlich auch AUF seinem Schreibtisch das Tanzbein, Alex treibt es in Anbetracht der lyrischen Ergüsse die Schamesröte ins Gesicht, Boris „Cpt. Porno“ Kaiser beschwert sich, dass der „Mäuschenfaktor“ doch arg zurückgegangen sei (beim Vorgängeralbum zierten schließlich noch neun dralle Dirnen das Coveratwork, diesmal sind´s nur noch zwei), während Mandy in aller Ausführlichkeit darüber referiert, dass ihr die Lyrics nicht „deep genug“ seien. Und ich? Ich sitze vor meinem Rechner und tippe diese Zeilen, irgendwer muss in diesem Tollhaus ja schließlich arbeiten. Was für das Benehmen der werten Kollegenschaft gilt, gilt allerdings in gewissem Sinne auch für STEEL PANTHER: Die L.A.-Boys setzen mit ihrem vierten Studioalbum erneut auf die bewährte Mischung aus supereingängigem Achtziger-Glam und Songtexten, die ihr eurer Mutter im eigenen Interesse besser nur dann vorspielt, wenn sie der englischen Sprache nicht mächtig ist. Kritiker werden an dieser Stelle anmerken, dass sich das Konzept langsam abzunutzen beginnt - und hätten damit in gewisser Weise nicht mal Unrecht, denn die Texte bieten keine neuen „Erkenntnisse“, sondern lediglich mehr vom Altbewährten. Aber: In musikalischer Hinsicht sind die Songs nach wie vor top, und andere Kapellen singen ja schließlich auch seit Jahrzehnten ohne Unterlass über Krieg, Satan, Tod, Teufel, Drachen, Muskelmänner, Motorräder, Feuer und Haarspray. Warum man in all diesen Fällen darüber hinwegsehen, gleichzeitig aber ausgerechnet daran Anstoß nehmen sollte, dass sich auch STEEL PANTHER treu bleiben, erschließt sich mir nicht wirklich.


Jens Peters 8.5

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