ReviewAlbum

Band
SINISTER 
Kategorie
Album 
Heft
RH #359 
Titel
Syncretism 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
8.0 

Massare/Soulfood (48:34)
VÖ: bereits erschienenFast 30 Jahre nach ihrer Gründung sind die Holländer SINISTER einfach nicht totzukriegen. Gut so, denn man hat immer noch das Gefühl, dass Aad Kloosterwaard und seine Mannen was zu sagen haben. „Syncretism“ ist ein gutes SINISTER-Album geworden, das old-schooligen Ami-Death-Metal (Deicide lassen häufig grüßen) mit erstaunlich vielen orchestralen Elementen à la Behemoth und einer modernen Produktion (Soundlodge/Jörg Uken) verbindet. Die Kombination funktioniert in Songs wie dem alles überragenden ´Blood Soaked Domain´ hervorragend, denn SINISTER können wirklich eine unheilvolle Atmosphäre kreieren und beschränken sich keineswegs auf sinnloses Geknüppel und Geschrubbe. „Syncretism“ packt den Hörer und zieht ihn hinab in den Höllenschlund, wo es kein Entrinnen mehr gibt. So „schön“ kann Death Metal sein!


3 Fragen an SINISTER-Schlagzeuger Toep Duin:

Toep, „Syncretism“ klingt in meinen Ohren wesentlich düsterer als seine Vorgänger. Wie urteilst du über das neue Album, und wo habt ihr diesmal den Hebel angesetzt?

»Wir haben uns nicht wirklich vorgenommen, Dinge umzusetzen oder zu verändern. Das Einzige, das wir stets festlegen, ist ein fixer Studiotermin. Diesmal sind wir nach Deutschland zu Jörg Uken ins Soundlodge gegangen. Nachdem die Songs eingespielt waren, haben wir bemerkt, dass sie ein paar Synthesizer-Parts vertragen könnten, also haben wir unseren Kumpel Carsten von The Monolith Deathcult gefragt, ob er ein paar düstere Sounds beisteuern könnte. Das Ergebnis ist verdammt cool geworden, eine sehr dynamische Mixtur aus dunkler Atmosphäre und brutalem Death Metal.«

Welche Message wollt ihr mit dem Albumtitel „Syncretism“ rüberbringen?

»Schau dir das Albumcover von Alex Tartsus an, es spiegelt den Titel auf perfekte Art und Weise wider. Synkretismus ist die Verschmelzung verschiedener religiöser Ansichten zu etwas Neuem. Wir haben das Ganze auf dunkle Glaubensaspekte wie Hexerei, Satanismus oder Voodoo-Kult umgelegt, die sich gewissermaßen zusammenschließen, um den allgemein akzeptierten Religionen gemeinsam den Garaus zu machen. Die Menschen bezeichnen Satanismus häufig als eine Religion des Bösen, aber in meinen Augen sind auch herkömmliche Glaubensrichtungen böse.«

SINISTER gehören zweifelsohne zu den Alteingesessenen der Death-Metal-Szene und sind Verfechter der wahren Death-Metal-Philosophie. Was treibt euch an, immer wieder aufzustehen und weiterzumachen?

»Ich kann nur für mich sprechen: Es ist der innere Drang, weitere Killer-Alben einzuspielen, der mich vorantreibt. Auch wenn wir aufgrund familiärer Verpflichtungen nicht mehr so viel auf Tour gehen können wie früher, spielen wir dennoch immer wieder gerne in allen Ecken der Welt. Wenn du diese innere Kraft hast, die dich pusht, schaffst du es auch, Band und Familie unter einen Hut zu bringen. Aad (Kloosterwaard, v.) hat diese unbändige Leidenschaft für die Band, er war es, der SINISTER über die vielen Jahre und Line-up-Wechsel hinweg zusammengehalten hat. Jetzt sind wir bereit für das nächste Kapitel der Bandgeschichte.« (ps)


Patrick Schmidt 8.0

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