ReviewDynamit

Band
GRAVEYARD 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #373 
Titel
Peace 
Erscheinungsjahr
2018 
Note
8.0 

Nuclear Blast/Warner (42:33)
Manchmal kann ein Konflikt ja ganz hilfreich sein, um die Leidenschaft am geliebt-gehassten Beruf neu zu entfachen. Auf dem letzten GRAVEYARD-Konzert, dem ich beiwohnte, hatte die Band mit einer matten Blues-Nummer ihren Set als Festival-Headliner (!) zur Prime Time eröffnet. Kann man ja mal „versehentlich“ machen, dennoch schleppte sich das Quartett mehr schlecht als recht durch das Konzert, um sich kurz danach aufzulösen. Die Attitüde ist jetzt zum Glück eine ganz andere. ´It Ain´t Over Yet´ (der Name ist Programm) tritt gleich zu Beginn des Albums ziemlich kurzweilig die Tür ein, um vom pfiffigen Rocker ´Cold Love´ abgelöst zu werden. In dem hitverdächtigen Titel singt Joakim von der Liebe wie einem Wesen, das ihn verfolgt und mitunter auch gehörig auf den Wecker geht. Cooler Vergleich. Man merkt, dass die Band willens ist, in der neuen Besetzung gleich eine kreative Höchstleistung zu vollbringen. ´See The Day´ ist allerdings nur ein nettes, ruhiges Zwischenspiel, und auch die erste Single ´Please Don´t´ wird wohl kein großer Ohrwurm werden. ´Walk On´ (mit flottem Jam) und die (fast schon obligatorische) Blues-Ballade ´Del Manic´ mit tiefer Johnny-Cash-Grabesstimme sind aber starke Albumtracks, genauso wie die letzten drei Songs, die munter drauflosrocken und kein Stück wie die allerorts übliche Auffüll-Ware erscheinen. Das dynamische wie mutige „Innocence & Decadence“-Album kann man am Ende nicht toppen. Dafür fehlt den GRAVEYARD-Boys nach dem ganzen Trouble wahrscheinlich auch die Leichtigkeit. Ein richtig gutes Comeback mit zahlreichen guten Songs ist das hier trotzdem. GRAVEYARD haben Gott sei Dank ihren Frieden gefunden.


Holger Stratmann 8.0

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