ReviewDynamit

Band
TESSERACT 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #372 
Titel
Sonder 
Erscheinungsjahr
2018 
Note
8.0 

Kscope/Edel (36:13)
TESSERACT versuchen auf ihrem vierten Album einen noch ausgeprägteren Dreifach-Spagat zwischen innovativen Klangwelten, ordentlich Dampf machender Heaviness und butterweich reinlaufenden, klaren Gesangsmelodien als auf ihrem letzten Longplayer „Polaris“, und das durchaus gewagte Experiment gelingt tatsächlich weitestgehend. Die Gitarren klingen deutlich lebendiger, endlich nicht mehr wie Fremdkörper, die vielen cleveren Spannungsbögen und spannenden Sound-Architekturen sprechen Herz und Hirn gleichermaßen an - der etwas seelenlose Djent-Beigeschmack ist mittlerweile komplett verschwunden. Beeindruckende, immer wieder durch ruhige Passagen dynamisierte Sci-Fi-Math-Metal-Trips wie das orientalisch-fiebrige ´King´, die ein wenig an Tool erinnernden Riff-Großtaten ´Juno´ und ´Smile´ oder auch die entspannten Sphärengleiter ´Orbital´ und ´The Arrow´ haben etwas sehr Eigenständiges, Faszinierendes, als Einstieg für Neuhörer eignet sich am besten das kompakte Mini-Epos ´Luminary´. Lediglich die Gesangslinien sind und bleiben bei dem britischen Quintett Geschmackssache, auf mich persönlich wirken sie im Vergleich zu dem, was die Instrumente abliefern, nach wie vor manchmal eine Spur zu blass. Das darf man aber natürlich auch gerne anders sehen.


Michael Rensen 8.0

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