ReviewDynamit

Band
AXEL RUDI PELL 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #371 
Titel
Knights Call 
Erscheinungsjahr
2018 
Note
8.5 

Steamhammer/SPV (58:14)
Nicht dass es der Wattenscheider Gitarrist, heutzutage wohl so erfolgreich wie nie, nötig hätte, aber es ist an der Zeit, an dieser Stelle noch mal eine Lanze zu brechen: Ja, der Katalog von AXEL RUDI PELL - „Knights Call“ stellt Studioalbum Nummer 17 (!) seit „Wild Obsession“ von 1989 dar - ist stilistisch eher gediegen homogen als experimentell an der Grenze des Machbaren, und ja, auch das Songwriting an sich hat sich, wenn man darunter in erster Linie das Arrangement versteht, nur wenig verändert im Laufe der Jahre. Aber es zeige mir mal jemand eine Melodic-Metal- oder Hardrock-Band nicht nur national, sondern auch international, die eine ähnliche Fülle an Platten in der Vita und sich dabei KEINEN einzigen Ausfall geleistet hat - mir fallen da außer eben Pell lediglich die Pretty Maids ein. Warum mir „Knights Call“, wie immer angenehm warm von Axel selbst und Charlie Bauerfeind produziert und natürlich wieder mal von den unaufgeregten und gerade deswegen herausragenden Vocals von Johnny Gioeli gekrönt, nun noch einen Ticken besser gefällt als seine paar direkten Vorgänger, weiß ich nicht, vielleicht weil immer öfter immer schneller irgendeine neue Sau durchs Dorf getrieben wird, vielleicht aber auch nur, weil man die knappe Stunde hier einfach nicht leid wird und es vor Höhepunkten nur so klingelt in den Lauschern: Von den getragenen, überlangen „Epics“ gefällt mir diesmal ´The Crusaders Of Doom´, simpel und effektiv, am besten (obwohl mit ´Tower Of Babylon´ auch die übliche ´Kashmir´-Verbeugung nicht fehlt), im Metier „kurz (nun ja, kürzer) und knackig“ geht´s mit ´The Wild And The Young´ und ´Wildest Dreams´ direkt meisterlich los, aber hinten raus wippen ebenfalls noch Kopf und Fuß. Oder um es mit einem weiteren Songtitel so ironiefrei wie ernst gemeint zu sagen: Long live Rock!


Boris Kaiser 8.5

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