ReviewDynamit

Band
TURBONEGRO 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #370 
Titel
RockNRoll Machine 
Erscheinungsjahr
2018 
Note
8.0 

Burger/H´Art (39:39)
TURBONEGRO haben ein Riesenproblem am Hintern. Die Band muss sich nach so vielen Jahren verändern, um musikalisch nicht völlig auf der Stelle zu treten, darf aber auch nicht die treue Turbojugend vergrätzen, der der Deathsuffpunk schon längst nicht mehr dreckig genug ist. Schon wünschen sich einige lautstark das alte Line-up mit Original-Sänger Hank Von Helvete zurück, der guten alten Zeiten wegen oder weil der neue Keyboarder Crown Prince Haakon Marius musikalisch zu gut und einflussreich ist. Ich gebe zu, dass mir der auf einer Note herumklimpernde und den Rest der Zeit mit dem Hintern wackelnde Pål Pot Pamparius auch gereicht hat. Mit Punk haben TURBONEGRO auf „RockNRoll Machine“ nicht mehr viel zu tun, die Norweger sind fast im Classic Rock angekommen. Und das mit einem Sänger, der zwar eine großartige Rampensau ist, aber kein Roger Daltrey (The Who). Da tut sich eine gefährliche Lücke auf, die TURBONEGRO nur geschlossen bekommen, weil ihnen nach sechs Jahren eine Handvoll Hits gelingt, manche ironische Gags zünden und die Platte super produziert und eingespielt ist. ´Hot For Nietzsche´ und ´Special Education´ sind feine Turbo-Hits, die schon eine Weile zirkulieren. ´Hurry Up And Die´ gewinnt in dem Moment, in dem man erfährt, dass es sich um eine „Hymne für Extremsportler“ handelt. Und dass ausgerechnet eine Fanfare à la Van Halens ´Jump´ einen Titel namens ´Skinhead Rock´n´Roll´ einleitet, ist auch erfrischend. Trotzdem sind die Keyboard-Sounds, die an übelste Klischee-Klänge der Rock-Geschichte erinnern sollen, ein zweischneidiges Schwert. Es ist nicht witzig, wenn man versucht, besonders witzig zu sein. Das Auftakt-Trio des Albums, bestehend aus einem Synthie-Intro, der flotten Punkrock-Nummer ´Well Hello´ und dem an ganz frühe AC/DC erinnernden Boogie-Stampfer ´RockNRoll Machine´ (mit pseudofuturistischem Refrain), ist im Grunde großartig. Aber die „Oi!“-Rufe hätte man sich meines Erachtens echt verkneifen können, so gut das live auch funktionieren wird. Zu viel der Parodie? Ach ja, vielleicht sollte man einfach froh sein, dass sie da sind...


Holger Stratmann 8.0

AMAZONEMPFEHLUNG

 
 

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen