ReviewDynamit

Band
TAU CROSS 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #363 
Titel
Pillar Of Fire 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
9.0 

Relapse/Rough Trade (50:29)
Ich gehe in Sack und Asche, ich habe das selbstbetitelte 2015er Debüt dieser Kollaboration von u.a. Amebix-Fronter Rob Miller und Voivod-Drummer Away, damals von mir als eine Art ungewaschener „Angel Rat“-Sound und „Crust-Pop“ mit Wave- und Post-Punk-Geschmäckle bezeichnet, mit acht Punkten tendenziell unterbewertet, im Nachhinein hätte ich mindestens einen halben Zähler mehr gegeben, das Ding wollte einfach nicht mehr aus dem Player verschwinden. Das heißt aber nicht, dass die Neun, die jetzt unter diesem Review steht, schöngerechnet ist, denn auch „Pillar Of Fire“ reüssiert über Maßen mit dieser typisch schepprigen Rockigkeit inklusive eines schwer englischen Achtziger-Gitarrensounds, die nicht nur unseren Hacky stante pede in den Tanzmodus versetzt - und wir reden hier nicht von zurückhaltendem Shoegazing, Freunde! Dazu kommt, dass TAU CROSS das Hit-Feuer des Erstlings (´Lazarus´, ´Hangman´s Hyll´, ´The Lie´!) mit auf den Punkt kommenden Melancholie-Meisterwerken wie den schlicht brillanten ´Bread And Circuses´, ´On The Water´ und ´A White Horse´ sowie kaum Abfallendem wie ´Killing The King´, ´RFID´ und ´Seven Wheels´ nicht nur wiederholen, sondern in allen Schwarz- und Weiß- und Grau-Schattierungen ausbauen, als hätten sie sich einen manisch-depressiven Pyrotechniker in die Band geholt. Dazu die, nun ja, Balladen: Letztes Mal noch ein wenig unauffällig, zerreißt einen Stoff wie der Titeltrack oder ´The Big House´ diesmal endgültig das Herz.
Klischee hin oder her: Musik wie diese, so unprätentiös wie wahrhaftig, können nur erwachsene Männer spielen, die in ihren Leben bereits mehr gesehen haben, als sie hätten sehen sollen.


Boris Kaiser 9.0

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