ReviewDynamit

Band
RISE AGAINST 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #361 
Titel
Wolves 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
8.0 

Virgin/Universal
Über 40 Jahre nach der ersten, längst ihrer Mystik beraubten Punk-Explosion kann man mit Begriffen wie Breitwand-Sound, Pop-Appeal oder - noch paradoxer - Top-Ten-Garantie jonglieren und einen Gold- und Platin-Act wie RISE AGAINST als, nun ja, Punk durchwinken, ohne einen völlig roten Kopf zu bekommen. Die Amis werden auch mit „Wolves“ wieder großflächig abräumen. Ihre Fähigkeit, feiste Arena-Refrains voller Mitsing-Garantie, Fistpumping-Potenzial und zentimeterdicker Gänsehaut zu schreiben (´Miracle´, ´Mourning In America´...), außerordentliche Radio-Tauglichkeit zu vermitteln und zugleich immer noch die den eigenen Fans längst nicht mehr bekannten Band-Roots (Descendents, Bad Religion, Down By Law...) irgendwie zu bewahren, ist nach wie vor famos ausgeprägt. On top kommt eine inhaltliche Botschaft, die mit dem nötigen latent erhobenen Zeigefinger die soziale und politische Positionierung auf Augenhöhe mit der Musik hievt. Man muss speziell mit der politischen Agenda des Quartetts nicht übereinstimmen, und man kann kontinuierlich die für den immensen kommerziellen Erfolg nötigen Plattformen und die dazugehörigen Begleiterscheinungen diskutieren. Man kann RISE AGAINST aber auch einfach als Ausnahme-Act betrachten, der sich mit seiner Musik und Message mehr Gehör verschafft als 98 Prozent dessen, was die Punk-Polizei 2017 als „authentisch“ durchwinkt.


Jan Jaedike 8.0

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