ReviewDynamit

Band
ADRENALINE MOB 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #361 
Titel
We The People 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
7.5 

Century Media/Sony (62:40)
Dem ADRENALINE MOB hängt immer noch der Makel einer Super-Projekt-Group an, wie allen hundert Bands, bei denen Ex-Dream-Theater-Drummer Mike Portnoy mal die Stöcke schwang, dann aber ausgestiegen ist. Vielleicht ist es deshalb besser, „We The People“ ohne jegliche Hintergrund-Information zu hören und sich von dem satten Metal-Groove-Teppich, den mit David Zablidowsky (b.) und Jordan Cannata (dr.) zwei heiße Talente aus 13 Songs zusammengeknüpft haben, wegtragen zu lassen. Auf dieser Basis spielt Gitarrist Mike Orlando wie einst der fast vergessene Gitarrenheld Jake E. Lee auf. Das klingt erst mal wie eine aufregende Mischung aus Armored Saint und Badlands, obwohl die knackigen Rocker auch eine nicht zu ignorierende Nu-Rock/Metal-Schlagseite (Disturbed, Staind & Co.) abbekommen haben. Schlimm ist das nicht, das Niveau der Platte ist durchgehend gut und sogar oft besser, weil man sich stilistisch mit Akustikgitarren, Chören und griffigen Slogans (´Bleeding Hands´, ´Blind Leading The Blind´) Ausbrüche leistet, die wahre Könner vom Gros der musikalischen Mitläufer distanziert. Diesem Niveau passt sich Symphony-X-Sänger Russell Allen bestens an. Seine knurrende Röhre stellt sich nie zu sehr in den Vordergrund, allerdings hätte man ihm mehr Lässigkeit gewünscht, Singen ist kein Sport. Unterm Strich eine Profi-Platte der besseren Art.


Holger Stratmann 7.5

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