ReviewDynamit

Band
ANATHEMA 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #361 
Titel
The Optimist 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
9.5 

Kscope/Edel (58:22)
Fakt ist: Ein mittelmäßiges oder gar schlechtes ANATHEMA-Album hat es nie gegeben. Aber: Die Briten haben so ihre Momente, in denen sie sich dem Genre „Fahrstuhlmusik“ einmal mehr, einmal weniger gefährlich annähern, und das letzte Album „Distant Satellites“ hatte derer zu viele. Drei Jahre später beginnt „The Optimist“ gleich mit einem kleinen Schockmoment, denn das Loop-Experiment ´Leaving It Behind´ zählt nicht gerade zu den Sternstunden der großen Band-Historie - vorsichtig ausgedrückt. Doch dann folgt mit ´Endless Ways´ ein völlig entrücktes, magisch-sphärisches Meisterwerk, wie es eigentlich nur die Cavanagh-Familie auf die Reihe bekommt. In dieser Tonart geht es weiter: Eine traumhaft schöne Artrock-Perle reiht sich an die nächste, wobei vor allem die von Lee Douglas gesungenen Lieder in ihrer verdichteten Emotionalität noch einmal herausragen. Kleiner Hinweis für die Old-School-Fraktion: Härter sind die Doom-Metaller a.D. natürlich nicht geworden, dem Himmel sei Dank (für die härtesten Stammtisch-Alben aller Zeiten sind ohnehin alle zwei Jahre Paradise Lost zuständig). Aber: Die Intensität und der erzählerische Narrativ sind auf diesem Album so packend und schlüssig wie schon seit Jahren nicht mehr. Ganz ernsthaft: Ohne diesen beschissenen Loop-Track zu Beginn würde hier unten die Höchstnote stehen. 


Wu Gang 9.5

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