ReviewDynamit

Band
AVATARIUM 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #361 
Titel
Hurricanes And Halos 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
9.0 

Nuclear Blast/Warner (44:40)
Der The-Devil´s-Blood-Groove von ´The Starless Sleep´ ist genauso irreführend wie der an Jon Bon Jovis Solo-Schlüpferstürmer ´Blaze Of Glory´ erinnernde Unterbau von ´Road To Jerusalem´, denn AVATARIUM, deren 2015er Album „The Girl With The Raven Mask“ alles Vergleichbare in der Pfeife geraucht hat, geben sich weder so nihilistisch und dunkel wie die umstrittenen HolländerInnen, noch muten ihre Kompositionen in irgendeiner Form gewollt eingängig an. Stattdessen bauen die Schweden und ihre erneut ausschließlich Bewunderung hervorrufende Frontfrau Jennie-Ann Smith auf ihrem Doom-Fundament, das Hintergrund-Hauptkomponist Leif Edling (u.a. Candlemass) zu verantworten hat, einen wankelresistenten Turm aus Classic Rock und -Metal sowie ein wenig Prog und Psych dermaßen hingebungsvoll in den Himmel, dass sämtliche Wolken von selbst Reißaus nehmen. Im Gegensatz zu den letzten beiden ersten Singleauskopplungen (und Openern) ´All I Want´ und ´The Girl With The Raven Mask´ finde ich ´Into The Fire/Into The Storm´, das indes zu Smiths Lieblingstracks gehört, ein wenig unauffällig, viel deutlicher an der Grenze komponiert wurden diesmal neben der lupenreinen Uriah-Heep-Verbeugung ´The Sky At The Bottom Of The Sea´ und dem Sabbath-´76-Riffer ´A Kiss (From The End Of The World)´ vor allem das neunminütige, inflationär abwechslungsreiche ´Medusa Child´, dessen wunderbare Kinderstimmen keineswegs aufgesetzt „diabolisch“ wirken, sondern eher so, als kämen sie z.B. bei Savatage zum Einsatz, sowie die extrem reduzierte Downtempo-Ballade ´When Breath Turns To Air´, ein Lied, das klingt, als würden Universe217 zusammen mit Norah Jones ´ne alte Procol-Harum-Nummer covern. Läuft immer noch bei euch, AVATARIUM!


Boris Kaiser 9.0

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