ReviewDynamit

Band
LIFE OF AGONY 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #360 
Titel
A Place Where There´s No More Pain 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
7.0 

Napalm/Universal (41:06)
Ende der Neunziger waren LIFE OF AGONY eine große Nummer. Ausverkaufte Clubs, Headline-Spots auf dem Dynamo-Festival und Rock-Hard-Titelseiten. Die Erwartungen an das Comeback nach Keith Caputos Geschlechtsumwandlung und der mehr als zehnjährigen Pause sind immens, dabei waren LIFE OF AGONY schon zu ihren Hochzeiten keine genialen Hit-Lieferanten, sondern eher Arbeiterklasse aus Brooklyn, die mit einem außergewöhnlich sensiblen Sänger gesegnet und zur rechten Zeit am rechten Ort war. Der Sänger ist nun eine Sängerin, am Sound der Band hat sich trotzdem nichts geändert. Das Album wird von knackigem, recht simpel gestricktem Alternative Metal dominiert. Als Erstes fällt auf, dass der Opener ´Meet My Maker´, gemessen an der zehnjährigen Pause, eher mau ist. Die Songwriter müssten eigentlich Gigabytes an Ideen gesammelt haben, aber die Riffs sind stellenweise ziemlich altbacken. Was „A Place Where There´s No More Pain“ über die Ziellinie rettet, sind die fette Produktion, die starken Grooves und Mina Caputo. Die Texte drehen sich fortlaufend um Selbstzweifel, Hinfallen und Wiederaufstehen, innere Dämonen und die abgefuckte Herausforderung, die sich Leben nennt. Das Ganze wird auf eine gefühlvolle und mitunter raffinierte Art serviert, die man auf zeitgenössischen Rock-Alben nur noch selten antrifft. Keine Frage, der Reiz des Albums ist Frau Caputo. ´Right This Wrong´ und das starke ´Songs For The Abused´ sind meine persönlichen Favoriten, mit dem Rest des Albums müssen sich LIFE OF AGONY - rein instrumental gesehen - leider ein Stück weit hinter Bands wie Alice In Chains einreihen.


Holger Stratmann 7.0

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