ReviewDynamit

Band
THE OBSESSED 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #360 
Titel
Sacred 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
8.0 

Relapse/Rough Trade (43:09)
Scott „Wino“ Weinrich, dessen Schaffen wir erst vor kurzem im Rahmen eines Seziertisches gewürdigt haben, erzählt im Interview an anderer Stelle in diesem Heft, zu Zeiten ihrer ersten 7“, also 1983 (!), seien THE OBSESSED vor allem von Pentagram und Punk beeinflusst gewesen. Der Kreis schließt sich: Nicht nur, dass „Sacred“ mit einer weiteren Version von ´Sodden Jackal´, einem Song ebenjener Single, kommt (der Track stand zudem auf der 1999er Compilation „Incarnate“), im Vergleich zum heute als Klassiker geltenden Studioalbum-Vorgänger „The Church Within“ von 1994 (Die-hards halten Ausschau nach der auf nur 300 Exemplare limitierten, Roadburn-exklusiven Doppel-10“ von 2012!) zieht man das Tempo über gute Strecken auch wieder ein wenig an und knarzt mit Leck-mich-doch-einfach-am-Arsch-Miniaturen wie ´Haywire´, ´Be The Night´ oder - logo - ´Punk Crusher´ ordentlich einen raus. Davon ab tun hier große Worte nach wie vor nicht Not, das haben THE OBSESSED (und hier natürlich vor allem ihr Sänger/Gitarrist) gemeinsam mit Saint Vitus, Trouble oder den erwähnten Pentagram: Doom ist eben nicht zwingend eine Frage der Geschwindigkeit, schon gar nicht der Epik oder von ausufernden Arrangements, Doom ist ein gewisses Etwas, eine Ausstrahlung, ein Habitus, der, wenn es gut läuft (also ohne Drogentod und so), ernste Verzweiflung in fatalistische Coolness transformiert. Und geile Songs schaden am Ende natürlich auch nicht, Songs wie ´Perseverance Of Futility´, ´Sacred´ oder das melodisch fast schon aufgehübschte ´Stranger Things´.


Boris Kaiser 8.0

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