ReviewDynamit

Band
AYREON 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #360 
Titel
The Source 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
8.5 

Music Theories/Rough Trade (88:42)
Das Erstaunlichste an „The Source“ ist die Selbstverständlichkeit, mit der die Gastsänger nicht nur stimmlich, sondern auch mitsamt typischer instrumentaler und atmosphärischer Elemente ihrer Hauptbands in den AYREON-Sound eingebettet werden. Insbesondere Hansi Kürsch und Tommy Rogers können sich völlig ohne stilistische Brüche in Mikrokosmen entfalten, die auch auf Blind-Guardian- und Between-The-Buried-And-Me-Alben hätten zu Hause sein können. Dadurch erhält Arjen Lucassens neuer Doppeldecker - textlich ein Prequel zum „01011001“-Album - bislang nicht gekannte Klangdimensionen, die dem opulenten Sci-Fi-Spektakel eine enorme Halbwertzeit verleihen. Weitere Pluspunkte sind die ebenfalls mit sehr viel Feingefühl eingepflegten Soli von Könnern wie Paul Gilbert, Guthrie Govan (u.a. Steven Wilson) und Mark Kelly (Marillion), die im Vergleich zum Vorgänger „The Theory Of Everything“ stärkere Fokussierung auf harte Gitarrenriffs und kompakte Songstrukturen sowie gelungene Experimente wie die Queen-artigen Binärcode-Satzgesänge im furiosen Opener ´The Day That The World Breaks Down´. Und das Songwriting ist natürlich wie immer flächendeckend vom Feinsten: Die bombastischen, von Ohrwurm-Hooks gekrönten Rock-Musical-Nummern ´Everybody Dies´, ´Aquatic Race´ und ´Journey To Forever´ hauen ebenso vom Hocker wie das folkige ´All That Was´ oder der empathische Seelenstreichler ´The Source Will Flow´, und der Überhit ´Into The Ocean´ dürfte so manchen bisherigen AYREON-Ignoranten zum Fan bekehren. Alles richtig gemacht, Mr. Lucassen - wie wär´s jetzt noch mit einer Bühnen-Inszenierung der Scheibe?


Michael Rensen 8.5

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