ReviewDynamit

Band
BODY COUNT 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #359 
Titel
Bloodlust 
Erscheinungsjahr
2017 
Note
8.5 

Century Media/Sony (41:25)
Laut Ernie C, dem Gitarristen und musikalischen Mastermind hinter BODY COUNT, ist das aktuelle Album genauso gut wie das legendäre Debüt mit dem Aufreger ´Cop Killer´ aus dem Jahr 1992. Eine Erklärung dafür hat er ebenfalls parat: Der Grund sei, dass sich die komplette Band mehrere Wochen in einem angemieteten Haus eingenistet und intensiv an dem Songmaterial gearbeitet habe. Womit das gerne bemühte Argument, dass es sich bei BODY COUNT nicht um eine „richtige“ Band, sondern lediglich um ein Outlet ihres Multimillionen schweren Sängers und Schauspielers Ice-T handelt, der mit alten Freunden die Rückkehr zu seinen Roots zelebriert, aber ansonsten in einem Luxus-Penthouse in New York residiert und mit den Problemen der schwarzen Community rein gar nichts mehr am Käppi hat, elegant ausgehebelt wird.
„Bloodlust“, das fünfte Album der Bandkarriere, ist ein ruppiger Bastard aus Hardcore- und Metal-Einflüssen, verarbeitet organisch Crossover- und HipHop-Einflüsse, ist exzellent produziert und langweilt nicht eine Sekunde. Tracks wie das epische, schwer groovende ´This Is Why We Ride´, die erstklassige Slayer-Adaption ´Raining Blood/Postmortem´ oder die erste, von einem eindrucksvollen Videoclip flankierte Singleauskopplung ´No Lives Matter´ sind großes Kino, das musikalisch und textlich aufrüttelt und beweist, dass BODY COUNT auch im Jahr 2017 Relevanz besitzen. Aufgrund der aktuellen politischen Lage in den USA vielleicht sogar noch mehr als in den Jahren nach der Veröffentlichung ihres Debüts. Was übrigens auch Dave Mustaine (Megadeth), Max Cavalera (Soulfly) und Randy Blythe (Lamb Of God) so sehen, sonst hätten sie sich kaum für Gastauftritte die Studioklinke in die Tür gegeben. Herausgekommen ist ein packendes Album, das jeder ernsthafte Rockfan, egal aus welchem Lager, gehört haben sollte.


Thomas Kupfer 8.5

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