ReviewDynamit

Band
SEPULTURA 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #356 
Titel
Machine Messiah 
Erscheinungsjahr
2016 
Note
7.5 

Nuclear Blast/Warner (46:10)
Im SEPULTURA-Line-up scheint Stabilität eingekehrt zu sein, dafür dreht sich das Produzenten-Karussell weiter. Nachdem die Brasilianer bei „The Mediator...“ (2013) auf die Kenntnisse von „Roots“-Producer Ross Robinson zurückgegriffen haben, wurde die Produktion von „Machine Messiah“ in die Hände von Alleskönner Jens Bogren (Kreator, Opeth, Amorphis) gelegt. Der Schwede sorgt nicht nur für ein aufgeräumteres Soundbild, sondern hat dem Quartett auch bei den Arrangements unter die Arme gegriffen. Und so ist „Machine Messiah“ ein wesentlich variableres Werk als der brutale, aber eindimensionale Vorgänger geworden. Das stilistische Spektrum wird schon in den beiden ersten Tracks abgesteckt: Während das eröffnende Titelstück mit ruhigen Passagen und cleanem Gesang von Fronthüne Derrick Green überrascht, ist ´I Am The Enemy´ eine Highspeed-Abrissbirne mit Hardcore-Einschlag geworden, bei der besonders Drum-Wunderkind Eloy Casagrande glänzen kann. In ´Phantom Self´ schielt die Combo mit Streicher-Einsatz in Richtung Oriental Metal, was aufgrund der starken Hookline als geglücktes Experiment durchgeht, Gleiches gilt für das progressiv angehauchte Instrumentalstück ´Iceberg Dances´. Abgesehen von den weiteren Ankerpunkten ´Sworn Oath´ und dem abschließenden ´Cyber God´ tun sich SEPULTURA aber erneut schwer damit, Hooks, nachvollziehbare Strukturen und eingängige Riffs in Songform zu gießen. Richtige Oberhits, die das Zeug hätten, über Jahre oder Jahrzehnte neben den Klassikern im Liveset zu bestehen, sparen die Thrasher aus. Aber das sieht bei ihrem ehemaligen Bandkollegen Max Cavalera mittlerweile auch nicht anders aus.


Ronny Bittner 7.5

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