ReviewDynamit

Band
IN FLAMES 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #354 
Titel
Battles 
Erscheinungsjahr
2016 
Note
8.5 

Nuclear Blast/Warner (47:46)
Die eher melancholische Ausrichtung von „Siren Charms“ sei auch der Atmosphäre des Aufnahmeortes Berlin geschuldet gewesen, hat Gitarrist Björn Gelotte unserer Conny kürzlich ins Aufnahmegerät diktiert. Dass der unter der Regie von Howard Benson im sonnigen Los Angeles eingezimmerte Nachfolger trotz des martialisch anmutenden Titels ein ganzes Stück leichtfüßiger und melodiöser daherkommt, kann deshalb nicht wirklich überraschen. Eher schon die Tatsache, dass neben dem verstärkten Einsatz von ohrwurmartigen Refrains und eingängigsten Gitarrenparts besagter Howard Benson IN FLAMES mit Joe Rickard an den Drums nicht nur einen Ersatzmann für den abgewanderten Daniel Svensson besorgt hat, sondern ebenfalls einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Entstehung von „Battles“ gehabt haben dürfte. Vor allem die Kinderchöre in den beiden vorab veröffentlichten Singles ´The End´ und ´The Truth´ erinnern unweigerlich an die ehemaligen Benson-Klienten P.O.D. und machen deutlich, dass sich Anders Fridén & Co. endgültig als Breitwand-Stadion-Rock-Band definieren. Was per se nicht schlimm ist. Vor allem, wenn man mit einem derart sicheren Gespür für schlüssiges Songwriting und große Melodien gesegnet ist wie die Schweden, die den Pop-Faktor irgendwie in der DNA haben müssen. „Battles“ fährt nicht nur einige der wohl besten Melodien der bisherigen Bandkarriere auf, sondern wagt vor allem zum Ende hin den einen oder anderen stilistischen Schlenker, mit dem nicht zu rechnen war. So offenbart ´Here Until Forever´ 30-Seconds-To-Mars-Momente, und der Beginn von ´Wallflower´ erinnert wegen seiner Rhythmik an Tool. Davon abgesehen bohren IN FLAMES auf „Battles“ gekonnt das ganz dicke Modern-Metal-Brett und beweisen, dass sie in ihrem Genre längst in einer eigenen Liga spielen.


Thomas Kupfer 8.5

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