ReviewDynamit

Band
IMPERIAL STATE ELECTRIC 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #353 
Titel
All Through The Night 
Erscheinungsjahr
2016 
Note
8.5 

Psychout/Rough Trade (33:28)
Ein Country-Song auf einem Rock-Album? Darf man das? Wenn man in der Lage ist, eine Nummer wie ´Break It Down´, die Fontmann, Gitarrist und Chefdenker Nicke Andersson im Duett mit der überaus talentierten Linn Segolson intoniert, so souverän ins Gesamtpaket, das seine Einflüsse einmal mehr aus dem Rock´n´Roll der Fünfziger bis Siebziger bezieht, einzupassen, dann darf man alles. Wer die Vorgängerplatte („Honk Machine“, 2015) gehört hat und mochte, wird sich auch auf „All Through The Night“ gleich zurechtfinden. Nicke ist nicht nur einer der ganz großen Rockmusiker unserer Zeit, sondern auch ein riesiger Musikfan, der sich mit seinen Platten stets ein Stück weit vor seinen eigenen Idolen verbeugt. The Beatles? Klar! The Kinks? Aber sicher doch! Kiss? Na logo! Bill Haley, Elvis, Ronnie Montrose? Versteht sich von selbst! Unter dem Strich ist Nicke und seiner Begleitmannschaft mit „All Through The Night“ erneut ein erstklassiges Album, das positiv aus dem allmonatlichen Wust von mittelmäßigen Veröffentlichungen herausragt, gelungen. Und nachdem Mr. Andersson kürzlich auch seine Rotzrock-Stammband The Hellacopters nach achtjähriger Pause reaktiviert hat (und von den Herrschaften demnächst nicht nur weitere Gigs, sondern womöglich auch eine neue Platte ins Haus steht), kann sich eigentlich auch niemand mehr beschweren, dass er bei IMPERIAL STATE ELECTRIC nicht die ganze Zeit voll ins Mett haut. Win-win für alle, wegtreten!


Jens Peters 8.5

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