ReviewDynamit

Band
AIRBOURNE 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #353 
Titel
Breakin´ Outta Hell 
Erscheinungsjahr
2016 
Note
8.5 

Vertigo/Universal (40:08)
Neulich in der Rock-Hard-Redaktion: Ein zerstört aussehender und entgegen sonstiger Gewohnheiten wenig toupierter blonder Langhaarpudel stolpert durch die Büros, gibt kichernd Lebensweisheiten wie ´Rocked Like This´, ´When I Drink I Go Crazy´ oder ´Do Me Like You Do Yourself´ von sich und packt im Vorbeigehen zwei zerrissene schwarze Jeans in seine Reisetasche („T-Shirts? Überbewertet! Schlüppis eh, gnihihihi!“), ehe er wieder verschwindet. Ungläubiges Staunen der restlichen Belegschaft, ehe der Groschen fällt: So ein Roadtrip mit dem australischen Abrisskommando AIRBOURNE kann anstrengend sein, ändert aber augenscheinlich auch die Lebenseinstellung. Das finden wir natürlich gut. Schön zu sehen, wenn junge Menschen irgendwann vom Poser-Kram die Nase voll haben und zum echten Bierdosen-Rock´n´Roll ohne modischen Firlefanz konvertieren. Aber im Ernst: „Breakin´ Outta Hell“, das vierte Album der Bandgeschichte, präsentiert die Australier in Hochform und ist ein weiterer Beweis, dass sich die O´Keeffe-Brüder mit ihren beiden Sidekicks endgültig vom übergroßen AC/DC-Schatten emanzipiert und ihren eigenen Weg gefunden haben. Was angesichts ihrer Landsleute, die in den vergangenen gefühlt hundert Jahren den Rock´n´Roll auf ihre ganz ureigene Art definiert haben, nicht wirklich einfach ist, wohlgemerkt. Dabei ist es im Falle von „Breakin´ Outta Hell“ ganz leicht von der Hand gegangen: Man kombiniere die unüberhörbaren AC/DC-Einflüsse mit der eigenen Energie und Frische, pimpe die Songs geschwindigkeitstechnisch auf - und schon entsteht etwas Eigenes. Das werden diverse Spaßbremsen und Rhythmus-Legastheniker (natürlich) wieder anders sehen, aber für diese Klientel haben AIRBOURNE zum Abschluss des Albums noch eine ganz besondere Message in Form des Songtitels ´It´s All For Rock´n´Roll´ parat. Weil genau das manch einer wohl nie verstehen wird, muss es noch mal gesagt werden.


Thomas Kupfer 8.5

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