ReviewDynamit

Band
SVARTANATT 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #352 
Titel
Svartanatt 
Erscheinungsjahr
2016 
Note
8.5 

The Sign/Cargo (41:50)
Obwohl sich die Schweden SVARTANATT, die u.a. personelle Verbindungen zu den Proggies Beardfish besitzen, bestimmt nach dem Deep-Purple-Single-Track ´Black Night´ benannt haben, ist die Nähe zu Gillan & Co. weniger offensichtlich als zu anderen Acts der frühen und mittleren Siebziger (der Sechziger-Hinweis im Presse-Info ist eher irreführend): Der radikal analoge, tendenziell nur wenig verzerrte Sound dieses Super-Newcomers zitiert sehr gerne Uriah Heep (Orgel!), Wishbone Ash (Gitarren!), Blue Öyster Cult (Atmosphäre!) und Heart (Melancholie!), vor allem aber Alice Cooper in dessen klassischer Phase von „Killer“ bis „Welcome To My Nightmare“ (´Filled Up With Darkness´, ´Nightman´, ´Dead Mans Alley´, die grandiose ´Only Women Bleed´-meets-Lynyrd-Skynyrd-Powerballade ´Thunderbirds Whispering Wind´) - und entpuppt sich damit, um in der aktuellen Szene zu bleiben, als perfekte Schnittmenge von Vanderbuyst und Spell einerseits und The Devil´s Blood (die ja immer wieder an early Heart erinnerten) und Ghost andererseits. Stil und Sound sind aber natürlich nur die halbe Miete; was ein tolles von einem guten Album unterscheidet, ist herausragendes Songwriting mit Wiedererkennungswert, eben eine stringente, sinnige Melodieführung, ein deutliches Mehr als das übliche „Wir packen jetzt mal fünf coole Riffs hintereinander“. Und „Svartanatt“ IST ein tolles Album - mit den „Hits des Monats“-Highlights ´Times Are Changing´, ´Demon´, ´Dreams´ und ´Secrets Of The Earth´ als siedend heiße Anspieltipps, die ein Album in den Fokus rücken, das die immer wieder zu hörende „Retro-Rock ist am Ende!“-Prophezeiung lockerst ad absurdum führt. Hello hooray!


Boris Kaiser 8.5

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