ReviewDynamit

Band
WITHERSCAPE 
Kategorie
Dynamit 
Heft
RH #351 
Titel
The Northern Sanctuary 
Erscheinungsjahr
2016 
Note
8.5 

Century Media/Sony (46:59)
Mit „The Northern Sanctuary“ meldet sich eines der besten Studioprojekte der europäischen Metalszene zurück. Für ihr Debüt räumten Dan Swanö (v./dr./keys, Produktion) und Ragnar Widerberg (g./b.) immerhin 2013 eine „Album des Monats“-Auszeichnung im Rock Hard ab. Stilistisch ist man von der „Alles geht!“-Erfolgsformel keinen Deut abgewichen. Die scheuklappenfreie Mischung aus Prog- und Melodic Rock, Power- und Death Metal ist erneut das große Plus des Albums. Letztlich weiß man nie, welches Riff an der nächsten Kreuzung lauert. Für den supereingängigen Gitarrenlauf von ´In The Eyes Of Idols´ würden In Flames heute töten, der Opener ´Wake Of Infinity´ erinnert an Opeth zu ihren besten Metal-Zeiten, während Swanö für den Refrain seine knödelige Grönemeyer-AOR-Stimme erklingen lässt. Auf diese Art und Weise geht´s munter weiter. Die Gitarren sind vom Allerfeinsten, und dass ein erfahrener Producer wie Dan klangtechnisch nichts anbrennen lässt und treffsicher spannende Songs zu inszenieren weiß, versteht sich von selbst. Selbst die programmierten Drums sind hier kein Grund, die Platte in irgendeiner Form abzuwerten. Mit dem 14-minütigen Titelstück ist Swanö zwar kein alles überragender Epic-Klassiker gelungen, der die Platte in noch höhere Weihen gehoben hätte, aber gut gemacht ist die Nummer allemal. Als überraschender Ohrwurm entpuppt sich hingegen die Death-Metal-Ballade (so was gibt´s wirklich...) ´Marionette´. Sehr überzeugend!


Holger Stratmann 8.5

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